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| 13:40 Uhr

Lärmbelästigung
Weiter Wirbel um das Scandale

 Der Club Scandale ist bei Jugendlichen beliebt, Anwohner dagegen klagen über nächtlichen Lärm.
Der Club Scandale ist bei Jugendlichen beliebt, Anwohner dagegen klagen über nächtlichen Lärm. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes wird es eng für den Club in der Karl-Liebknecht-Straße. Von Andrea Hilscher

Seit Wochen ringen Stadt, Betreiber und Justiz um eine Lösung im Konflikt rund um den Club Scandale in der Karl-Liebknecht-Straße. Nach Anwohnerbeschwerden über den nächtlichen Lärm hatte die Stadt eine Nutzungsgenehmigung entzogen. Phillip Gärtner, Betreiber des deutschlandweit bekannten Lokals, hatte das Verwaltungsgericht eingeschaltet. Jetzt musste er eine Niederlage hinnehmen: Das Gericht bestätigte die Rechtmäßigkeit der Nutzungsentziehung. Peter Nitschke, Fachbereichsleiter Bauordnung, erklärte dazu im Rechtsausschuss: „Bis zum 30. Juni werden wir nicht vollstrecken, dann aber müssen wir handeln.“

Philipp Gärtner hatte dem Ausschuss eine Petition mit knapp 1700 Cottbuser Unterschriften vorgelegt, die einen Erhalt des Scandales zumindest solange fordert, bis eine Ausweichmöglichkeit gefunden ist. Eine alte Halle im nördlichen Bahnhofsumfeld wäre für Gärtner eine Option. Doch auch hier meldet die Verwaltung Bedenken an. „Nach derzeitigem Stand könnten wir dort keine Vergnügungsstätte erlauben“, so Peter Nitschke.

Zunächst herrschte Ratlosigkeit im Rechtsausschuss, dann brachte ein Antrag von Gunnar Kurth (SPD) einen Lösungsansatz. Im Rahmen des derzeit laufenden Aufstellungsverfahrens für den Bebauungsplan „Nördliches Bahnumfeld“ solle geprüft werden, inwieweit dort eine Einrichtung mit Vergnügungscharakter und langen Betriebszeiten zulässig ist. Der Ausschuss unterstützt diesen Antrag.

Wenn sich bei der Prüfung herausstellt, dass Gärtner mit seinem Scandale tatsächlich auf das Areal am Bahnhof umziehen kann, dann ist auch das Aus für den Club am 30. Juni nicht in Stein gemeißelt. „Wenn es begründete Aussichten auf einen Umzug gibt, haben wir Handlungsspielraum“, sagt Nitschke. Allerdings müsste der Lärmschutz im Außenbereich für die Übergangszeit verbessert werden.

Club-Chef Gärtner plant für den 23. März ein Gespräch mit den Anwohnern. „Ich kann zusätzlich Personal abstellen, das für Ruhe im Außenbereich sorgt. Außerdem könnte man die Zelte vor dem Scandale dämmen.“