ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:09 Uhr

Obenkino
Kurz nach der Premiere läuft Gundermann-Film auch in Cottbus

Vom Leben Gerhard Gundermanns erzählt der Film von Andreas Dresen, der am 19. August seine Premiere in Hoyerswerda erlebt. Auch in Cottbus wird er zu sehen sein: Ab dem 23. August gibt es sieben Vorstellungen im Obenkino.
Vom Leben Gerhard Gundermanns erzählt der Film von Andreas Dresen, der am 19. August seine Premiere in Hoyerswerda erlebt. Auch in Cottbus wird er zu sehen sein: Ab dem 23. August gibt es sieben Vorstellungen im Obenkino. FOTO: picture-alliance / dpa / Rainer_Weisflog
Cottbus. Das Obenkino bietet außerdem zahlreiche Freiluft-Veranstaltungen – darunter auch Kurzfilme. Von Antje Posern

Sommerzeit ist Frei-Luft-Kino-Zeit. In Cottbus bietet das Obenkino diese Möglichkeit im Glad-House-Hof. So läuft an diesem Samstag, 28. Juli, ab 21.30 Uhr der Film „Usedom – Der freie Blick aufs Meer“. Regisseur Heinz Brinkmann, der selbst aus Heringsdorf stammt, versammelt neue Geschichten von Insulanern, die auf unterschiedliche Weise nach Usedom kamen und zu Gastgebern für Millionen von Urlaubern wurden. Der Film beschreibt die deutsch-polnische Insel als einen Ort, an dem der europäische Gedanke des nationalen Zusammenwachsens so stark gelebt wird wie kaum anderswo. Er zeigt aber auch den immer schärfer ausgetragenen Konflikt zwischen der Bewahrung einer einzigartigen Bäderarchitektur und der Errichtung von neuen, verwechselbaren Luxus-Quartieren durch auswärtige Investoren. Am Montag, 30. Juli, läuft der Film noch einmal um 18 Uhr direkt im Obenkino.

Ebenfalls unter freiem Himmel können Kinofans „Schumanns Bargesprächen“ folgen. In dem gleichnamigen Film von Marieke Schroeder geht es um Charles Schumann, der Mann, der 1982 die „Schumann’s American Bar“ eröffnete. Und so geht er für den Film  auf einen Streifzug durch einige der interessantesten Bars der Welt und öffnet unter anderem die Türen zum „Dead Rabbit“ in New York, der „Hemingway Bar“ in Paris, dem „El Floridita“ in Havanna und der Bar „High Five“ in Tokio. Am 11. August läuft er um 21 Uhr im Glad-House-Hof, am 13. August um 21 Uhr im Obenkino.

Ebenfalls open air macht am 10. August um 21 Uhr die Kinotournee zum Deutschen Kurzfilmpreis am Glad-House Station. Sie bietet sieben Filme in 112 Minuten. Und das sind sie:

Den Deutschen Kurzfilmpreis für einen Spielfilm bis zehn Minuten Laufzeit erhielt Sophie Linnenbaum für ihren Film „Pix“. Sie zeigt, wie ein Vater das erste Foto seines Neugeborenen schießt und lässt das Leben des Jungen am Betrachter vorbei ziehen..

Den Deutschen Kurzfilmpreis für einen Spielfilm von mehr als zehn bis 30 Minuten Länge gab es für „Gabi“ von Michael Fetter Nathansky. Erzählt wird die Geschichte von Fliesenlegerin Gabi, die mit Marco, ihrem Azubi, das Schlussmachen mit seiner Freundin probt.

In „Schwarze Welle“ erzählt Mariola Brillowska, wie ein schiffbrüchiger Afrikaner in die Obhut einer uniformierten Meerjungfrau gerät und wie sie ihn auf einer nahegelegenen Insel in einem Flüchtlingslager unterbringt. Der Film bekam den Deutschen Kurzfilmpreis für Animationsfilme bis 30 Minuten Laufzeit.

„Landstrich“ ist eine Geschichte über das Schweigen, Erinnern und Erzählen vom Schicksal einer deutschen Familie zwischen Kriegsende und Mauerfall. Die Regisseurin erhielt dafür den Deutschen Kurzfilmpreis für Experimentalfilm bis 30 Minuten Laufzeit.

Weiterhin im Programm sind Filme, die in verschiedenen Kategorien nominiert waren. In „Kleinheim“ von Michael Ciesielski hinterfragt Jessica das Leben in Kleinheim, einem dystopischen Dorfidyll umgeben von Maisfeldern. Im Mittelpunkt von „Blind Audition“ stehen Ari und Ron, beide sind Violinisten und seit einigen Jahren ein Paar. Als beide die Endauswahl für die Solistenstelle eines Orchesters erreichen, geraten sie in direkte Konkurrenz. In dem Animationsfilm „Call of Cute­ness“ werden auf einem globalen Spielplatz Objekte fetischisiert und Subjekte zu Dingen gemacht. Die Körper offenbaren die Wirkungen von Macht, Lust und Hass.

Ab dem 23. August dürften im Obenkino die Fans von Gerhard Gundermann auf ihre Kosten kommen. Nachdem der Film von Andreas Dresen am 19. August in der Hoyerswerdaer Kulturfabrik (Kufa) seine Premiere erlebt hat, ist er auch in sieben Vorstellungen – jeweils abends vom 23. bis zum 29. August – unter dem Dach des Glad-Houses zu sehen.

„Gundermann“ erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. „Gundermann“ ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. Und er ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Und auf das Leben von Gerhard „Gundi“ Gundermann, der 1998 mit gerade einmal 43 Jahren starb. Es spielen Alexander Scheer, Anna Unterberger, Eva Weißenborn, Axel Prahl, Torsten Merten, Benjamin Kramme, Bjarne Mädel, Kathrin Angerer und Milan Peschel.

Frei-Luft-Kino im Glad-House-Hof, Straße der Jugend 16 (bei schlechtem Wetter im Obenkino). Der Gundermann-Film läuft im Obenkino. Der Eintritt für alle Veranstaltungen beträgt sechs, ermäßigt vier Euro.