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| 02:33 Uhr

Kunstwerke von Gymnasiasten – alle ein bisschen Dada

Sabine Kergel (r.) und Pauline Pannwiz (Mitte) haben das erste Bild gekauft von der Schülerin Belinda Kergel.
Sabine Kergel (r.) und Pauline Pannwiz (Mitte) haben das erste Bild gekauft von der Schülerin Belinda Kergel. FOTO: Isabel Damme/ide1
Cottbus. Der Abiturjahrgang des Pückler-Gymnasiums Cottbus hat jetzt seine Werke aus zwei Jahren Kunstunterricht präsentiert. Die von Schülern erschaffene Vernissage im Branitzer Gutshof bot eine große Vielfalt für Schüler, Eltern und Kunstliebhaber. Isabell Damme/ide1

In dem Ausstellungsraum gab es viel zu entdecken. Wie in einem Museum waren verschiedenste Drahtplastiken und Gemälde im Raum drapiert, wobei besonders die abstrakten Dinge zu anregenden Gesprächen einluden. Mehrere Kurzfilme und Live-Performance der Schüler boten viel Abwechslung und ließen die Gäste über sozialkritische Themen nachdenken. Muss man einem Schönheitsideal nacheifern oder bist du nicht genauso schön, wie du bist? Muss man sich an Verhaltensnormen halten? Was richtet der ständige Leistungsdruck mit uns an? Wie behandeln wir unserer Umwelt?

Dies ist nur eine Auswahl an Themen, mit denen sich die Zwölft-Klässler auseinander setzten. Viele Schüler hielten ihre Leinwände selbst, um die Reaktionen der Betrachter aufnehmen zu können und boten somit die Chance zum direkten Gespräch mit den Künstlern.

Charlot Lehmann und Jette Kießling waren überwältigt: "Es ist erstaunlich wie professionell diese Ausstellung von den Schülern umgesetzt wurde." Auch Kunstlehrerin Sabine Schiemenz war begeistert: "Wir sind alle glücklich, dass unser wochenlang geplantes Projekt eine so gute Resonanz zeigt." Seit der 11. Klasse arbeiteten die Schüler an dieser Ausstellung und sammelten ihre besten Kunstwerke, wovon viele vom Dadaismus geprägt sind. Henriette Röhl erklärte uns diese provokative Kunstrichtung: "Dada heißt, wie das Wort bereits ausdrückt, verrückt." Häufig geht es dabei um gesellschaftskritische Themen und noch nie dagewesene Kunst. "Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt."

Der Schülerin Luzie Juckenburg bereitete dieses Projekt viel Spaß. Bei ihrer Live-Performance ging sie mit einem Glas voller Zettel durch den Ausstellungraum und schenkte den Besuchern die gezogene Emotion. "Mit dieser Aktion wollte ich darauf aufmerksam machen, dass man seine Emotionen offen zeigen sollte." Von den Reaktionen der Gäste war die 19-jährige sehr überrascht: "Viele erwiderten die Emotionen während meiner Performance und umarmten mich beispielsweise."

Auch Elisabeth Haußig freute sich über die positive Resonanz zu ihrer eigenen Kleider-Collection. "Wir saßen in mehreren Ferienwochen zusammen und arbeiteten an den drei Kleidern", erzählte Lisa-Marie Schier. Das Ergebnis waren ein Kleid aus Zeitungspapier, Spiegelstücken und ein Hochzeitskleid.

Am Ende der Veranstaltung wurden sogar mehrere Kunstwerke verkauft und somit die Abiklassenkasse aufgebessert. Sabine Kergel und Pauline Pannwitz gehören zu den glücklichen Käuferinnen.

"Ich habe das Bild meiner Tochter gekauft, weil es mich mit seinen Farben direkt angesprochen hat", begründete sie ihre Entscheidung. Die Künstlerin Belinda Kergel ist über diesen Kauf sehr froh. "Dieses Bild zu erstellen bereitete mir sehr viel Spaß, es war ein pures Auslassen und Experimentieren mit den Farben."