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| 01:38 Uhr

Kunst statt Leere

Bernd Voigt, Klaus Herrmann und Hans-Jürgen Drabow (v.l.) vor der Eröffnung der Galerie im Quartier am Schlosskirchplatz. Zu den Ausstellern gehört auch die Keramik-Künstlerin Monika Werner. Foto: Peggy Kompalla
Bernd Voigt, Klaus Herrmann und Hans-Jürgen Drabow (v.l.) vor der Eröffnung der Galerie im Quartier am Schlosskirchplatz. Zu den Ausstellern gehört auch die Keramik-Künstlerin Monika Werner. Foto: Peggy Kompalla FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Kunst belebt – nicht nur den Geist, sondern auch Gebäude. Das beweisen vier Künstler mit ihrer temporären Galerie im Quartier am Schlosskirchplatz. Sie wollen in die fast leere Passage wieder mehr Betrieb bringen. Von Peggy Kompalla

Wo sonst kahle, weiße Wände den Besucher hinter einer Glasfront empfangen, hängt jetzt Kunst. Sie bringt nicht nur Farbe in den Eingangsbereich der Passage. Eine Kundin des benachbarten Blumenladens beobachtet interessiert, wie Bernd Voigt mit dem Staubwedel durch den Raum geht. Das freut Marion Nowka. Die Chefin des Blumengeschäftes “Die Lilie - Blumen & Ambiente„ erklärt: “Die Idee mit der Galerie ist einfach gut.„ Seit 15 Jahren hält sich das Geschäft in der Passage, ist derzeit der einzige feste Mieter. Die Unternehmerin bemüht sich, die langen Gänge zu beleben, hat ihre Auslage auf die gegenüberliegende Seite erweitert, “damit die Jalousien nicht zu sind und nicht der Eindruck entsteht, dass hier nichts los ist„. So betrachtet sie die neuen Nachbarn als Hilfe bei dieser Mission.

Die vier Künstler Bernd Voigt, Klaus Herrmann, Monika Werner und Hans-Jürgen Drabow sind eine Schicksalsgemeinschaft. Gemeinsam haben sie den Raum angemietet. “Beide Seiten haben etwas davon„, sagt Bernd Voigt. “Wir haben einen Ausstellungs- und Verkaufsraum, und das Center ist zumindest am Eingang wieder gefüllt.„ Zunächst wollen sie die Galerie vier Monate lang nutzen. Ideale Ausstellungs-Bedingungen wie sie etwa ein Museum bieten kann, finden sie hier zwar nicht. “Aber ansonsten hätten wir ja gar keine Möglichkeit, unsere Kunst zu zeigen. Und wenn ich etwas verkauft habe, werde ich das gleich in bessere Lampen investieren„, verkündet der Fotograf und Keramikkünstler Voigt.

Die Vier zeigen in dem übersichtlichen Raum ihre ganze künstlerische Bandbreite. Da sind die humorvollen Keramik-Figurinen von Monika Werner, die naturalistischen Tierporträts von Hans-Jürgen Drabow, die Stillleben und abstrakten Landschaften von Klaus Herrmann sowie die Glas- und Keramikarbeiten und Fotografien von Bernd Voigt. “Die Stücke werden im Laufe der Zeit auch wechseln„, sagt Drabow.

Die Initiative von Künstlern und Centermanagement begrüßt auch Altstadtmanager Manfred Rademacher. “Es ist immer besser, wenn Leerstellen genutzt werden.„ Eine Dauerlösung könne das nicht sein, doch sei es für den Eigentümer eine Möglichkeit, neue feste Mieter zu finden. “Das kann man nur unterstützen„, so Rademacher.

Die Galerie im Quartier öffnet am heutigen Mittwoch mit einer Vernissage um 18 Uhr ihre Türen für Besucher. Künftig wird sie mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr öffnen.