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| 02:33 Uhr

Kunst, die den Intellekt erfrischt

Kerstin Stöckel (l.) und Ines Göbel haben Fotos aus der Serie Landleben von Thomas Kläber ausgewählt.
Kerstin Stöckel (l.) und Ines Göbel haben Fotos aus der Serie Landleben von Thomas Kläber ausgewählt. FOTO: Uta Jacob
Cottbus. 18 Menschen aus Cottbus und der Region haben "ihr" Bild in der 289 Kunstwerke umfassenden Artotheks-Sammlung der Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus gesucht, gefunden und gesagt, warum es sie anspricht. Diese Bilder sind ab Dienstag, 17. Januar, im Lesecafé ausgestellt. red/ue

Wer wissen will, wie es sich mit einem originalen Kunstwerk über dem Sofa lebt, muss nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Die Artothek der Bibliothek bietet als besonderen Service die Ausleihe von Kunstwerken. Das schließt die Möglichkeit ein, verschiedene künstlerische Handschriften zu testen.

"Ob Schülerin, Studentin, PR-Berater, Teilnehmer des Freizeitclubs - ganz unbehindert, Bibliotheksmitarbeiterin oder Kunsthistorikerin, ob Artotheksnutzer oder nicht - alle haben ihren persönlichen Zugang zur Kunst gefunden", stellt Bibliotheksmitarbeiterin Uta Jacob fest. Farben, Formen oder Bildgegenstand haben Erinnerungen wachgerufen, Sehnsüchte ausgelöst, Ruhe, Geborgenheit und Trost vermittelt, Langeweile verhindert oder den Intellekt erfrischt. Insgesamt sind 14 Künstler in der Ausstellung vertreten, unter anderem Thomas Kläber, Hans Lägel, Wolfgang Leber, Sigrid Noack, Monika Meiser, Hans-Georg Wagner, Ullrich Wallenburg und Rainer Zille.

Dem Leiter der Städtischen Sammlungen, Steffen Krestin, hat es eine Fotografie von Ullrich Wallenburg besonders angetan. "Mir gefällt die Idee, dass der Künstler zwar an einem konkreten Ort fotografiert hat, dies auch im Titel des Bildes kenntlich macht, der Ort für das Bild aber keine Rolle mehr spielt", gibt er zu Protokoll. Wichtig sind nur die entdeckten Formen, der gewählte Bildausschnitt. Den Historiker spricht ebenfalls der kompositorisch gut gebaute Kontrast zwischen Treppenstufen, Mauer und Himmel an. "Vielleicht führt das südländische Himmelsblau doch ein wenig zum Titel", fragt er sich vor Ullrich Wallenburgs digitaler Farbfotografie "Mallorca - Treppe" aus dem Jahr 2002. "Ich habe das Gefühl, dass mich das Bild ruhiger macht, wenn ich mich darauf einlasse."

Bibliotheksmitarbeiterin Kerstin Stöckel hat ebenso wie die Leiterin der Literaturwerkstatt des Jugendkulturzentrums Glad-House, Ines Göbel, ein Foto aus der Serie "Landleben" von Thomas Kläber ausgewählt. "Beim Betrachten der Landleben-Serie geht mir das Herz auf", gesteht Kerstin Stöckel. "Die Bilder erinnern mich an meine eigene Kindheit, an die Omas in Tracht und auf dem Feld, an ein einfaches Leben mit viel Zufriedenheit. Das gehörte zu meiner Geborgenheit als Kind." Ines Göbel stellt zu Thomas Kläbers Foto vom Landleben in Fermerswalde fest: "Mir fallen sofort die beiden spielenden Katzen rechts vorn im Bild auf. Eine dritte Katze beobachtet sie. Das Gras unter der Wäscheleine ist nicht geschnitten, und der Roller liegt da, weil das Kind darauf nicht fahren kann. Es möchte bei der Mutter sein, die die Wäsche aufhängt und wenig Zeit hat. Und doch denke ich: Katzen und Kind fühlen sich geborgen in ihrer Nähe."

Die 18 Menschen, die mit ihrer Bildauswahl und ihren Worten die Ausstellung erst ermöglicht haben, sind neben den drei Genannten: Kerstin Bräuer vom Freizeitclub - ganz unbehindert, Tara Bräuer, Schülerin am Max-Steenbeck-Gymnasium, Jana Drews, Vorsitzende des Fördervereins "Bibliothek und Lesen", Mona-Luisa Groß, Studentin Soziale Arbeit an der BTU, Heike Hermann, Bibliotheksmitarbeiterin, Verena Klatt, Logopädin, Danilo Konzack, Jörn Mondzech, Marlen Richelt, Heiko Schreiber und Tom Weilert vom Freizeitclub - ganz unbehindert, Susanne Lambrecht, Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin, Sabine Marcieniec, Bibliotheksmitarbeiterin, Karola Morys, Vorsitzende des Vereins Lesefuchs, Jörg Tudyka, freiberuflicher PR-Berater.

Öffnungszeiten der Bibliothek: Dienstag bis Donnerstag, 10 bis 18 Uhr, Freitag, 10 bis 19 Uhr, Sonnabend, 10 bis 14 Uhr.