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| 19:49 Uhr

Neue Impulse für den Pückler-Park
Branitz rückt näher an die Stadt

Leana Hahn und Justus Gärtner, Master-Studenten der Stadt- und Regionalplanung, demonstrieren mit diesem Modell die wesentlichen Bestandteile ihres Entwurfs.
Leana Hahn und Justus Gärtner, Master-Studenten der Stadt- und Regionalplanung, demonstrieren mit diesem Modell die wesentlichen Bestandteile ihres Entwurfs. FOTO: LR / Elsner
Cottbus. Auf dem Gartenfestival werden die ersten Kulturlandschaftspreise Fürst Pückler verliehen. Von Ulrike Elsner

Am Wochenende wird Branitz wieder zum Mekka der Liebhaber üppigen Grüns und  farbenfroher Blütenvielfalt. Für Leana Hahn und Justus Gärtner,  Master-Studenten der Stadt- und Regionalplanung an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU), gibt es einen weiteren sehr erfreulichen Grund für einen Besuch in Pücklers Gartenreich. Als Sieger des erstmals ausgetragenen Wettbewerbs um den Kulturlandschaftspreis Fürst Pückler können sie am Samstag den ersten Preis entgegennehmen. Den zweiten Preis teilen sich Sarah Maibuhr und Jonas Danner sowie  sowie Johanna Krämer (alle TU Dresden).

„Mit dem Preis werden studentische Arbeiten ausgezeichnet“, erklärt Vereinsvorsitzender Bernhard Neisener, „die einen besonderen Beitrag zur Garten- und Parkgestaltung und zur Entwicklung der Kultur- und Stadtlandschaft innerhalb und im Umfeld des Parks Branitz leisten.“ Für Parkleiter Claudius Wecke ist besonders die im Entwurf der ersten Preisträger „gelungene Verzahnung von Park und Stadt entlang der Spree hochspannend“. Er bescheinigt vor allem den Cottbuser Studenten „exzellente Einfälle, die überwiegend umsetzbar sind“.

Der Entwurf einer neuen Spreebrücke in Höhe der Markgrafenmühle ist Teil des Sieger-Beitrags der Cottbuser Studenten.
Der Entwurf einer neuen Spreebrücke in Höhe der Markgrafenmühle ist Teil des Sieger-Beitrags der Cottbuser Studenten. FOTO: BTU Cottbus-Senftenberg

Leana Hahn (24) ist im Taunus aufgewachsen und Justus Gärtner (22) in der Uckermark. Beide haben als künftige Stadtplaner ganz schnell die schönen Seiten von Cottbus und Umgebung entdeckt.  Wie Justus Gärtner betont, gehören dazu neben dem Branitzer Park die  Altstadt,  die Cottbuser Flusslandschaft und die städtische Industriekultur. Was bei genauerer Betrachtung allerdings nicht überall funktioniere, sei die Verbindung zwischen diesen Bereichen.

„Wenn man die Strecke zwischen Stadt und Park mit dem Rad abfährt, stößt man auf Barrieren“, stellt Leana Hahn fest und bezieht sich damit vor allem auf die Bahnstrecke nach Forst und den Stadtring. Hinzu kommt,  dass in den vergangenen Jahren einige Brücken gesperrt oder gar abgerissen wurden. „Obwohl die ganze Südstadt sehr nah am Park liegt, müssen die Bewohner nach Branitz große Umwege in Kauf nehmen“, sagt Justus Gärtner.

Das wollen die Studenten ändern. Doch vor dem Vorschlag standen erst einmal Kartieren und Analysieren. Außerdem haben sich die Studenten intensiv mit der Persönlichkeit des Fürsten und der Geschichte seiner Parkschöpfung beschäftigt. „Wir sind dabei auf Sichtachsen und Landschaftsbilder gestoßen“, berichtet Leana Hahn, zwei wesentliche Merkmale englischer und Pücklerscher Landschaftsgestaltung.

Entstanden ist der Plan eines Rundweges, der beide Ufer der Spree einbezieht und den Blick auf besondere Objekte freigibt wie die Silhouette der Altstadt oder die Markgrafenmühle. Bänke, Laternen und Fahrradständer in moderner geradliniger Form und im typischen Pücklerblau  schaffen eine Verbindung und zeigen Spaziergängern und Radfahrern, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

An der Eliasfabrik am Ostrower Damm kommen die Ausflügler dem Wasser besonders nahe. Ein Holzsteg auf Höhe der früheren Tuchfabrik soll den Fluss begleiten. Ein wesentlicher Bestandteil des Sieger-Beitrags ist der Entwurf einer neuen Spreebrücke in Höhe der Markgrafenmühle. Balkonähnliche Ausbuchtungen über der Flussmitte sollen dort Fußgänger und Radfahrer einladen, zu verweilen und die Natur auf sich wirken zu lassen.

Ausgelobt wurde der Preis vom  Förderverein Fürst Pückler in Branitz in Zusammenarbeit mit der BTU und der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. Damit sollen praxisorientierte Lösungsansätze für Zukunftsfragen des Parks ausgezeichnet werden, betont Bernhard Neisener. Die Aufgabenstellung sei gemeinsam mit Lena Flamm vom Fachgebiet Landschaftsarchitektur der BTU und Parkleiter Claudius Wecke erarbeitet worden. Mit dem Kulturlandschaftspreis, der in diesem Jahr erstmals vergeben wird,  stelle sich der Förderverein nach der Wiederherstellung verlorener Orte Aufgaben völlig neuer Dimension. Ziel sei, auf der Grundlage wissenschaftlicher Analysen und Prognosen Impulse für die Parkentwicklung zu setzen.

Der Branitzer Park als besonderes Kulturlandschaftsmerkmal ist laut Lena Flamm Gegenstand der Ausbildung an der BTU. Dort werde weiterer Bedarf in Sachen Verknüpfung von Parks und Stadt gesehen. Dazu gehöre auch die Verbindung des Branitzer Parks und des Außenparks mit dem Cottbuser Ostsee. Oder die Frage: „Wie ist das Gestaltungsprinzip der Ornamental Farm im Sinne  Pücklers neu zu denken?“ Genauso wie die stärkere Verknüpfung von Pückler-Park, Buga-Park und Tierpark.