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Jahresvorschau
Orient-Sehnsucht im Garten der Wunder

Cottbus. Das Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz lockt die Besucher in diesem Jahr mit vielen attraktiven Angeboten. Von Ida Kretzschmar

„Sehnsucht nach dem Orient“ – so lautet das diesjährige Veranstaltungsmotto im Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, wie gestern Stiftungsdirektor Gert Streidt bei der Vorstellung des Jahresprogramms verriet. Eine Sehnsucht, die in Branitz sehr präsent ist, werden doch gerade die Orienträume im Schloss grundlegend saniert, „das spannendste Restaurierungsvorhaben der vergangenen Jahre“, wie Stiftungskustodin Simone Neuhäuser unterstreicht.

Auch das Museum birgt viele Utensilien, die Fürst Pückler einst von seinen Orientreisen mitgebracht hatte. Über allem aber steht die „Faszination der Pyramiden“, der sich nicht nur der Gartenkünstler hingab. Eine gleichnamige Sonderausstellung, die aus einer Schenkung der Privatsammlung Kindel gespeist wird, eröffnet zu Ostern den Veranstaltungsreigen.

Noch umfassender widmet sich dem Thema eine Ausstellung, die Ende Mai eröffnet wird: „Sehnsucht nach Konstantinopel. Europa sucht den Orient“, ein Beitrag im europäischen und gerade eröffneten Brandenburgischen Kulturerbejahr. Darauf macht Simone Neuhäuser aufmerksam.

Europas Kulturerbe entstand im regen Austausch, auch mit dem Orient. Fürst Hermann von Pückler-Muskau, Schöpfer des Branitzer Parks als ein Höhepunkt europäischer Landschaftskunst des 19. Jahrhunderts, war nicht nur ein passionierter Reisender und erfolgreicher Schriftsteller. „Er war auch ein Mittler zwischen den Kulturen“, erinnert Gert Streidt. Welche ideellen und kulturellen Einflüsse des Orients in die Gestaltung von Schloss und Park Branitz eingeflossen sind, werde diese Ausstellung deutlicher als bisher in den Fokus der Öffentlichkeit rücken, so Neuhäuser. Begleitend dazu wird es im November eine internationale Tagung in Bad Muskau zum Thema Pückler und der Orient geben, eingebettet in die Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts.

„Pückler im Garten der Wunder“ heißt es zum nunmehr 8. Gartenfestival, das, so macht Jörg Ackermann, Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur pool production neugierig, nicht nur eine Vielzahl traditioneller regionaler Gartenschönheiten und pflanzlicher Raritäten verspricht, sondern auch eine  Vielfalt an Gewürzen und Gerüchen aus dem Orient. Der vom Förderverein unterstützte Blumensteckwettbewerb entfache zudem „Orientalische Blütenträume“. „Nicht nur die Zahl der Besucher hat sich seit dem Start 2011 von 5000 auf rund 10 000 in den vergangenen Jahren verdoppelt. Nun werden auch doppelt so viele Händler und Caterer erwartet“, freut er sich, wobei auch Kinder  beim „Baumklettern an Pücklers Bäumen“ ihren Spaß haben können.

Am 10. Juni aber gibt es noch einen ganz besonderen Höhepunkt: „Der Branitzer Festsonntag soll ein Willkommensgruß an die Einwohner der Region sein, an dem wir uns als öffentliche Stiftung vorstellen“, sagt Stiftungsdirektor Gert Streidt. Nicht nur alle Ausstellungen können kostenfrei besucht werden, am Nachmittag gibt es ein Picknick in Pücklers Park, so wie im Juni europaweit Park-Picknicks veranstaltet werden. Premiere aber hat am Vormittag an der Landpyramide ein Parkgottesdienst, über den Uwe Weise, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai in Cottbus, informiert. „Die Bläser-Arbeitsgemeinschaft des Evangelischen Gymnasiums Cottbus wird an diesem besonderen spirituellen Ort für die Musik sorgen.“

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