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| 17:29 Uhr

Staatstheater Cottbus: Das ist für die Spielzeit 2019/20 geplant
Aufbruchstimmung in „Angstbefreiter Zone“

 Ungewohnte Perspektiven will das Staatstheater Cottbus in der Spielzeit 2019/20 eröffnen.
Ungewohnte Perspektiven will das Staatstheater Cottbus in der Spielzeit 2019/20 eröffnen. FOTO: Ron Petraß
Cottbus . Das Staatstheater Cottbus hat sein Programm für die Spielzeit 2019/20 vorgestellt. Die Macher wollen innovative Impulse setzen und den Zuschauer herausfordern. Auf dem Spielplan stehen auch politische Themen. Von Ida Kretzschmar

Das Schauspiel lockt in die „Angstbefreite Zone“ zu vorurteilsfreier Debatte und Party – das Philharmonische Orchester auf musikalische Reisen zu allen europäischen Nachbarn.

Das Ballett plant einen hochkarätigen Doppelabend im Großen Haus mit Strawinsky-Klängen live aus dem Orchestergraben. Und das Musiktheater widmet sich in Uraufführungen Effi Briest und Mahatma Ghandi, der als Apostel der Gewaltlosigkeit zudem alle Sparten friedlich zusammenwirken lässt.

Innovative Impulse, die Ensemble  wie Zuschauer herausfordern, will das Cottbuser Staatstheater in ihrer 111. Spielzeit setzen. Das bekräftigte am Montag Intendant René Serge Mund, der in der Übergangsphase dafür alle künstlerischen Ressorcen des Vierspartenhauses voll auschöpfen will.

Aufbruchstimmung am Staatstheater Cottbus vor Spielzeit 2019/20

„Neben erprobten und akzeptierten Wegen stellen wir uns auch dem Neuen, Ungewohnten. Das macht unser Theater künstlerisch lebendiger und ist zudem abenteuerlich“, ist er überzeugt.

Eine Aufbruchstimmung, die während der Pressekonferenz, bei der alle Sparten ihre Projekte vorstellen, spürbar wird. So wird es unter den 16 Premieren acht Uraufführungen und drei weitere innerhalb der acht großen Philharmonischen Konzerte geben.

Mit neuen Regiehandschriften im Musiktheater wie im Schauspiel sowie neuen Formaten vor allem in der Kammerbühne soll das Publikum zu einer unterhaltsamen und nachdenklichen Auseinandersetzung mit den politischen, sozialen, kulturellen und moralischen Fragen der Gegenwart ermuntert werden.

Staatstheater widmet sich in Spielzeit 2019/20 Thema Heimat

Ballettchef Dirk Neumann berichtet von einem Elevenprogramm und lüftet das Geheimnis um das Weihnachtsmärchen. „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ wird als Ballett­uraufführung zu erleben sein.

Der Leitende Musikdramaturg Bernhard Lenort macht Lust auf fünf spannende Opernproduktionen. Der amtierende Generalmusikdirektor Alexander Merzyn verrät, dass das ganze Oster-Wochenende dem 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens gewidmet ist.

„Faust“ und „Antifaust“ heißen zwei Projekte von Schauspieldirektor Jo Fabian in seiner dritten Spielzeit, in denen unter anderem gefragt wird: „Wie deutsch ist der Deutsche namens Faust?“

Auch Schauspielproduktionen aus der „Werkstatt der Entwürfe des jungen hungrigen Dramaturgenteams“ wie Fabian Wiebke Rüter und Lukas Pohlmann vorstellt, beschäftigen sich mit nationaler Identität, Begriffen wie Zukunft und Heimat.

Der Bürgersprechchor bekommt in einem Rechercheprojekt eine eigene Produktion: Fluchtpunkt. Formale Fesseln sollen gesprengt werden, um näher an die Lebenswirklichkeit heranzurücken.

Selbst das neue Spielzeitheft ist völlig verwandelt. Auch wenn die Tapete ziemlich museal anmutet: Sänger, Schauspieler, Tänzer, Musiker zeigen sich in ungewohnten Familienbildern. Könnte so ihr Theater der Zukunft aussehen?