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| 18:47 Uhr

Musik
Sorbischer Jazz, Weltmusik und eine glockenhelle Stimme

Lena Hauptmann hat inzwischen eine große Fangemeinde zwischen Berlin, Cottbus und Leipzig.
Lena Hauptmann hat inzwischen eine große Fangemeinde zwischen Berlin, Cottbus und Leipzig. FOTO: Hauptmann Lena
Cottbus . Lena Hauptmann spielt mit unterschiedlichen Genres und begeistert ihre Fans. Von Andrea Hilscher

Eigentlich ist es nur ein Lachen. Doch wer es hört, der ahnt, welche stimmliche Kraft sich aus diesem Lachen heraus entfalten kann. Die Cottbuserin Lena Hauptmann (22) ist dabei, sich eine Zukunft als Jazzsängerin aufzubauen. „Ich weiß, dass das ein unsicherer Weg ist“, sagt sie. „Aber ich muss ihn einfach gehen, wenn ich authentisch bleiben will.“

Schon früh hat Lena Hauptmann sich für die Musik entschieden. „Mit 12 oder 13 war klar, dass ich sie zu meinem Beruf machen will“, sagt sie. Am Konservatorium konnte sie bei Marianne Baer lernen, was es heißt, dem Jazz eine Seele zu geben, Roland Zebe brachte ihr bei, wie sie sich über das Klavier ausdrücken kann.

Nach dem Abitur bewarb sich die Cottbuserin deutschlandweit bei verschiedenen Hochschulen, ergatterte einen von zwei Studienplätzen   an der renommierten Musikhochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Eine riesige Bestätigung – und den Eltern eine Beruhigung. „Sie haben mir zwar alle Freiheiten gelassen“, erzählt die junge Studentin. „Bedingung aber war, dass ich die Schule gut abschließe und an eine staatliche Hochschule gehe.“

Seit 2016 lernt sie bei internationalen Koryphäen wie Pascal von Wroblewsky Jazzgesang, will in zwei Jahren mit dem Bachelor of Jazz Vocals abschließen. Eine Herausforderung, nicht nur musikalischer Art. Es braucht offenbar besondere mentale Stärke, ein derart anspruchsvolles Musikstudium durchzuhalten. „Es gibt immer wieder Momente des Zweifelns“, sagt Lena Hauptmann. Die Lehrer berühmt, die Kommilitonen herausragend – „man darf sich einfach nicht vergleichen, sonst geht man unter.“

Dabei bräuchte sie ihn nicht zu scheuen, diesen Vergleich. Denn schon jetzt hat sie sich mit mehreren Bands, mit unterschiedlichen Stilen und innovativen eigenen Projekten einen Namen in der Region zwischen Berlin, Leipzig und Cottbus gemacht.

Mit „LeDazzo“, einem Duo gemeinsam mit dem Theatermusiker Dan Baron, spielt sie seit einigen Jahren regelmäßig auf Veranstaltungen und privaten Feiern, in Leipzig oder auf der Bunten Bühne in Lübbenau. Ihr Repertoire reicht dabei von Swing, Blues, Bossa Nova und Bebop über Chansons bis hin zu Popsongs.

Mit der Gala-Band „Toni Gutewort & his Danceorchestra“, die aus Musikstudenten unterschiedlicher Hochschulen besteht, tritt Lena Hauptmann auf großen Bällen in Cottbus und Berlin auf, singt die großen Songs von Frank Sinatra, Elvis Presley oder Lady Gaga.

Mit „Die Lenas“, einem Projekt mit zwei Kommilitonen aus Leipzig, hat sie ein breites Repertoire von Miles Davis bis hin zu den Andrew Sisters einstudiert. „Man muss permanent am Ball bleiben, vielseitig sein und immer mehrere Eisen im Feuer haben, wenn man mit seiner Musik Geld verdienen will“, sagt sie. Entschlossen, genau das zu tun.

Mit sorbischem Jazz bereichert sie den Sorbischen Rundfunk. Da gab es bisher überhaupt nichts, deswegen hat sie zusammen mit Dan Baron sowohl eigene als auch Texte von Mina Witkojc vertont.

„Dem Jazz gehört wirklich mein Herz“, erzählt die junge Sängerin, schwärmt von seiner Vielseitigkeit, der Emotionalität und den Regeln des Jazz, die man zwar kennen und beherrschen, dann aber wieder schnell vergessen sollte.

Ihr neustes Projekt: Für einen Film von Donald Saischowa hat sie den Bibeltext vom Weltgericht vertont, dafür mehrere Tonspuren übereinandergelegt und unterschiedlichste Einflüsse aus der Weltmusik verarbeitet. „Eine ganz neue Erfahrung, die mir riesigen Spaß gemacht hat.“ In der Region ist Lena Hauptmann erst wieder im November live zu hören, im Rahmen der Bunten Bühne Lübbenau.

Einige Hörbeispiele gibt es im Internet zum Beispiel auf der Seite www.ledazzo.de