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| 18:53 Uhr

Ausstellung
Sonderausstellung: Vor 100 Jahren endete das Grauen

Dagmar Pfeifer und Robert Büschel bereiten derzeit die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Stadtmuseum vor.
Dagmar Pfeifer und Robert Büschel bereiten derzeit die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Stadtmuseum vor. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Das Stadtmuseum blickt auf die Zeit von 1914 bis 1918. Von Daniel Schauff

Es ist ruhig geworden um den Ersten Weltkrieg. Steffen Krestin, Chef des Cottbuser Stadtmuseums, erinnert sich an die Zeit vor vier Jahren, als in Museen und anderswo der erste Krieg im Zeichen des technischen Fortschritts die Hauptrolle spielte, 100 Jahre nach dessen Start. 100 Jahre nach dem Ende des Weltkrieges startet das Stadtmuseum mit einer Ausstellung, die einen Blick auf Cottbus während der Kriegsjahre wirft. „Das Bild der Stadt prägen riesige Kriegsgefangenenlager, Tausende verwundete Soldaten aus den Lazaretten und Spendensammlungen für die Hinterbliebenen“, heißt es in der Ankündigung des Museums. 1100 Cottbuser sind nicht lebend aus dem Krieg nach Hause zurückgekehrt.

Auch ihnen gilt die Ausstellung, die am 17. Oktober (19 Uhr) eröffnet wird. Maßgeblich gestaltet hat sie Robert Büschel, Museumspädagoge beim Stadtmuseum. Er erklärt: Nicht nur die Vergangenheit bilde die Ausstellung ab, es werde auch stets ein Blick auf das Jetzt geworfen. Es sei erschreckend, wenn man manche Akten liest, sagt Krestin. Was vor gut 100 Jahren geschrieben wurde, sei auch heutzutage wieder zu hören.

Die Ausstellung widmet sich nicht nur der Stadt Cottbus und ihrem Umland. Vielmehr blickt sie auch an die Front, dort, wo Cottbuser kämpften – nicht selten um ihr Leben. Feldpostkarten und -briefe gehören ebenso in zur Sonderausstellung wie Helme, Kleidung der Krankenschwestern, Werkzeuge, Waffen aus den Kriegsjahren. Nicht zu vergessen: die Kriegsfolgen. „Plötzlich zahlte man nicht mehr in Mark, sondern in Milliarden Mark“, sagt Robert Büschel. Das Geld, einst sauer verdient, war nichts mehr wert.

Noch sind es wenige Eindrücke, die ein erster Blick in die zweite Etage des Stadtmuseums vermitteln kann. Kein Wunder – längst ist der Aufbau der Ausstellung noch nicht abgeschlossen. Krestin beschreibt, wie dicht Interessierte ab dem 17. Oktober die Folgen des Ersten Weltkriegs für Cottbuserinnen und Cottbuser vermittelt bekommen.  

Zur Ausstellung ist zudem eine Ausgabe der Cottbuser Blätter erschienen, die die Zeit zwischen 1914 und 1918 und die Folgejahre ins Visier nimmt, berichtet Krestin.

Das Museum öffnet dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 13 bis 17 Uhr.