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| 13:55 Uhr

Dem Leben abgelauscht
Brillante Brillengeschichte

 Delfin Agenor ist nicht nur der Sohn des Meeresgottes, sondern der klügste Delfin des gesamten Ägischen Meeres. Aber kann er tatsächlich eine Brille wiederfinden?
Delfin Agenor ist nicht nur der Sohn des Meeresgottes, sondern der klügste Delfin des gesamten Ägischen Meeres. Aber kann er tatsächlich eine Brille wiederfinden? FOTO: Thomas Leibe
Cottbus. Der Cottbuser Schriftsteller Jurij Koch legt im Lychatz-Verlag sein sechstes Kinderbuch vor.

Mati trägt eine Brille. Wenn er sie von den Augen nimmt, verschleiert sich die Welt vor ihm. Als wäre sie in einen Nebel geraten. Häuser, Bäume, Straßen, Menschen... ohne Farben, ohne Konturen. So poetisch beschreibt Jurij Koch in seinem neuesten Kinderbuch „Mati und der Delfin Agenor“, was die Zusatzaugen seines Titelhelden bewirken können. Und dann passiert es an einem griechischen Strand: Eine riesige Wasserwelle reißt Matis Brille von der Nase. Das verkleinert seine Welt. Denn er sieht nur noch bis zu den eigenen Knien. Und so beteiligen sich nicht nur die Familienmitgliedern, sondern ganz viele Menschen an der Suche um die versunkenen Augen.

„Es basiert auf einer wahren Geschichte, und dann habe ich natürlich noch die Fantasie spielen lassen“, bemerkt der Cottbuser Schriftsteller über sein nunmehr sechstes Kinderbuch aus dem Lychatz-Verlag, das, wie es schon fast Tradition ist, im letzten Moment auf der Leipziger Buchmesse gelandet war.

Als Kochs heute 14-jähriger Enkelsohn mit der Familie im Griechenland-Urlaub war, ging seine Brille verloren. Die Ersatzbrille hatte er vergessen, und so schien auf einmal der ganze Urlaub infrage gestellt – hätte es nicht von so vielen große Unterstützung im Ferienland Griechenland gegeben.

Der Zeichner Thomas Leibe, der auch die anderen im Lychatz-Verlag herausgegebenen Kinderbücher von Jurij Koch illustriert hat, malte die Titelgestalt so, dass die Ähnlichkeit mit Kochs Enkelsohn verblüffend ist. Wie er überhaupt in seinen atmosphärischen Zeichnungen den Zauber der Geschichte einzufangen vermag.

Jurij Koch recherchierte nach dem Erlebnis seines Enkels, woher der Begriff Brille eigentlich stammt. „Er ist von dem Halbedelstein Beryll abgeleitet. Und schon die alten Griechen sind darauf gekommen, das sich die Welt dahinter vergrößert“, erzählt er.

Natürlich hat er das gleich glänznend in seine Geschichte eingebaut. Wobei Mati und seine Familie auf dem Markt tatsächlich einen solchen wundersamen Stein in die Hände bekommen. Aber nicht für lange. So ein Stückchen Wundernatur weckt eben Begehrlichkeiten.

Am Ende kann nur noch der Meeresgott Poseidon helfen. Oder irgendein Kumpel von ihm. Vielleicht Agenor, der nicht nur Poseidons Sohn sein soll, sondern der klügste Delfin des gesamten Agäischen Meeres?

Wer es genau wissen will, sollte genau hinschauen und diese brillante, oder sagen wir besser beryllante, Brillengeschichte einfach lesen.

Jurij Koch, Thomas Leibe: Mati und der Delfin Agenor, für Kinder ab fünf Jahre. Lychatz-Verlag, ⇥30 Seiten, 9,95 Euro

 Jurij Koch hat dem Leben eine Geschichte abgelauscht.
Jurij Koch hat dem Leben eine Geschichte abgelauscht. FOTO: Michael Helbig
 Jurij Koch hat dem Leben eine Geschichte abgelauscht.
Jurij Koch hat dem Leben eine Geschichte abgelauscht. FOTO: Michael Helbig