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Max-Grünebaum-Preis 2017
Diese fünf Künstler und Wissenschaftler sind Lausitzer Überflieger

Max-Grünebaum-Preis 2017: Ausgezeichnet wurden Ingenieur und Wissenschaftler Lukasz Lopacinski, Betriebswirtin Caroline Krebs, Schauspieler Henning Strübbe, Sänger Andreas Jäpel und Tontechniker Sebastian Thoss (v. l. n. r.).
Max-Grünebaum-Preis 2017: Ausgezeichnet wurden Ingenieur und Wissenschaftler Lukasz Lopacinski, Betriebswirtin Caroline Krebs, Schauspieler Henning Strübbe, Sänger Andreas Jäpel und Tontechniker Sebastian Thoss (v. l. n. r.). FOTO: Marlies Kross / Staatstehater Cottbus
Cottbus. Fünf herausragende Künstler und Wissenschafter des Staatstheaters Cottbus und der Brandenburgisch Technischen Universität erhalten die Max-Grünebaum-Preise 2017. Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) nutzt die Feier zum politischen Bekenntnis. Von Renate Marschall

„The same procedure as every year“: Dieses aus „Dinner for one“ stammende Zitat, mit dem Claus Lambrecht über viele Jahre die Verleihung der Max-Grünebaum-Preise einleitete, will Thomas Stapperfend, seinem Nachfolger als Präsident des Cottbuser Finanzgerichts und Vorstandsvorsitzenden der Max-Grünebaum-Stiftung, am Sonntag im Staatstheater nicht so recht über die Lippen kommen. Im 20. Jahr der Stiftung ist die Veranstaltung so politisch wie selten: der Brexit, die antieuropäische Stimmung in einigen EU-Mitgliedsländern, der Rechtsruck lassen die Symbolkraft des Stiftungsgedankens deutlicher denn je hervortreten.

Brücken der Versöhnung zu schlagen, war das Anliegen der vor den Nazis nach England geflüchteten Enkel des Cottbuser Tuchfabrikanten Max Grünebaum. Inzwischen hat die nächste Generation übernommen. Zahlreich sind die Stifterfamilien bei der Veleihung vertreten, ein Statement. Auch Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) ist dabei.

Zu einem flammenden Bekenntnis für die Demokratie wird das Grußwort der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU). Sie fordert auf, sich allen antieuropäischen, nationalistischen, extremistischen Kräften entgegen zu stellen und betont die Bedeutung von Wissenschaft und Kultur. Dass die Enkel Max Grünebaums mit einer Geste der Versöhnung zurückgekehrt seien, zeige, wie großartig der Mensch sein könne, sagt Süssmuth.

Prasselnder Beifall, als Martin Schüler, Intendant des Staatstheaters Cottbus, den ersten Preisträger bekannt gibt. Längst hat der Sänger Andreas Jäpel eine riesige Fangemeinde, die ebenso wie der Intendant Jäpels Entwicklung vom lyrischen zum Heldenbariton und dessen darstellerische Fähigkeiten schätzt. Um einen abgenagten Hühnerfuß am Anfang der Karriere ging es ganz nebenbei. Dem junge Schauspieler Henning Strübbe ist der Beruf Berufung. Dafür spricht seine darstellerische Leistung ebenso wie sein verbissenes Festhalten an seinem Traum. Launig und anekdotenreich beschreibt das die Dramaturgin Sophia Lungwitz.

Ein Künstler als Tontechniker ist Sebastian Thoss, der mit dem Karl-Newman-Förderpreis, einem Aufenthalt in London, ausgezeichnet wird. Thoss’ Weg vom Rockmusiker zum Theatermitarbeiter beschreibt der Geschäftsführende Direktor des Staatstheaters, Martin Roeder.

Prof. Dr. Matthias Koziol hält die Laudatio des Ernst-Frank-Förderpreises, der ein Stipendium in Großbritannien beinhaltet. Was früher Selbstverständlichkeit war, sei heute fast Mahnung. Der Preis geht an Caroline Krebs, die mit der starken internationalen Ausrichtung ihres Masterstudiums Betriebswirtschaftslehre dafür prädestiniert sei.

Lukasz Lopacinski ist geradezu ein Überflieger auf schwierigem technischen Gebiet. Prof. Dr. Jörg Steinbach, Präsident der BTU, verrät in seiner Laudatio, dass er seine auf sechs Jahre angelegte Promotion in drei Jahren geschafft habe.

„Die Vergangenheit achten, der Gegenwart Glanz verleihen, für die Zukunft schaffen“, die Idee der Stifter ist lebendig und wichtiger denn je, lebt auch in den jungen Preisträgern. Für künstlerische Höhepunkte sorgen das Philharmonische Orchester unter Chefdirigent Evan Alexis Christ, der Sänger Ingo Witzke und die Tänzerin Greta Dato, aus ihrem neuen Engagement in Wiesbaden extra angereist.