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| 18:16 Uhr

Interview mit Frau Luna alias Lena Kutzner
Kein Mann – „Ich bin die Frau im Mond!“

 Lena Kutzner wird als „Frau Luna“ die Erdbewohner in ihren Bann ziehen. Am Samstag ist am Staatstheater Cottbus Premiere.
Lena Kutzner wird als „Frau Luna“ die Erdbewohner in ihren Bann ziehen. Am Samstag ist am Staatstheater Cottbus Premiere. FOTO: LR / --
Cottbus. Ab Samstag beginnt am Staatstheater eine vergnügliche Zeit mit allerhand Gestalten verschiedener Gestirne. Von Ida Kretzschmar

Die Gastsopranistin Lena Kutzner empfängt am Samstag am Staatstheater Cottbus als „Frau Luna“ auf dem Mond. Paul Linckes gleichnamige turbulente Operette wird die Lausitzer mit hochfliegenden Träumen durch die Karnevalszeit begleiten. Vorab macht die RUNDSCHAU Frau Luna schon einmal ihre Aufwartung.

Frau Luna, die Helden der Operette sind die kleinen Leute. Welche Rolle spielen Sie dann eigentlich?

Frau Luna Ich bin der Traum des Mechanikers Fritz Steppke. Aber eigentlich verwandele ich mich erst in Frau Luna. Auf der Erde wohne ich in diesem kleinen Berliner Mietshaus wie die anderen auch und heiße Flora Huschke. Der Name ist Programm. Ich bin eine Chansonette, eine ziemliche nervige Person, die vor allem Tingeltangel im Kopf hat. Als Frau Luna auf dem Mond bin ich dann von ganz anderem Kaliber.

Gehe ich recht in der Annahme, dass wir uns da auf eine leuchtende, aber eher kühle Schönheit gefasst machen müssen?

Frau Luna Das würde ich so nicht unterstreichen. Im ersten Moment könnte ich vielleicht ein wenig kühl wirken. Aber als dieser Erdenbewohner Fritz Steppke auftaucht, bin ich doch ziemlich schnell entflammt und dann ganz und gar nicht unterkühlt und lege meine Ambitionen deutlich an den Tag.

Aber ist es auf dem Mond nicht ohnehin ziemlich kalt?

Frau Luna Bei uns nicht. Da herrscht Karnevalstimmung, deshalb passt ja auch die Operette jetzt so gut in die Zeit.

Sind Sie denn selbst so ein Faschingstyp?

Frau Luna Das muss ich gar nicht sein. Das Schöne ist: Ich kann mich zu allen Jahreszeiten verkleiden. Stellen Sie sich vor: Wie ich als Frau Luna glitzere. Von Kopf bis Fuß blinkt es. Und dazu diese Musik mit vielen bekannten Melodien. Das heizt so richtig ein.

Zwischen Berliner Luft und einem  kleinen bisschen Liebe: Welche der schmissigen Melodien lässt Frau Luna besonders leicht auftauen?

Frau Luna Meine zweite Arie „Lass den Kopf nicht hängen“. Nachdem der Besuch von der Erde eingetroffen ist, fragt mich Fritz Steppke, dessen großer Traum es ja schon immer war, hier zu landen, nach dem Mann im Mond. Und ich gebe ihm Bescheid: Den Mann im Mond gibt es gar nicht. Und dann lasse ich ziemlich deutlich durchblicken, wie es eigentlich auf dem Mond zugeht.

Oh, das macht neugierig: Wie geht es denn zu auf dem Mond?

Frau Luna Zunächst sehr ordentlich! Unter Leitung meines persönlichen Referenten wird der Mond geputzt, damit die Erde ihn schön leuchten sieht.

Ja, wir feiern aber auch gern. Und es wird auch viel getratscht. Es geht halt tatsächlich zu wie auf der Erde. Es gibt Geplänkel, es gibt Liebschaften. Sie können sich den Mond auch gern als ewigen Vergnügungspark vorstellen. Venus, Mars, Jungfrau und die Götter der Gestirne geben sich ein Stelldichein bei rauschenden Festen. Und ich mittendrin.

Wie zu hören war, schmachtet Prinz Sternschnuppe Frau Luna an, aber der ist ihr schnuppe...

Frau Luna Nun, er macht mir einen Heiratsantrag auf offener Bühne, aber die Antwort muss erst einmal vertagt werden. Theophil, mein persönlicher Referent, bringt es auf den Punkt: Bei Frau Luna ist für Prinzen noch immer kein Bedarf. Ich liebe die Freiheit, das Ungebundensein. Was kann ich dafür, dass Prinz Sternschnuppe das in seiner gekränkten Eitelkeit nicht versteht. Ich bin die erste Frau seit Tausenden von Jahren, bei der er nicht landen kann. Aber vielleicht reagiere ich ja auch so, weil mich Steppke interessiert, der davon träumt, ein Luftschiff zu steuern.

Aber was haben Sie denn mit diesem irdischen Träumer gemein?

Frau Luna Nun, der gefällt mir einfach. Mit dem flirte ich. Wir wohnen auf dem Mond ja schon so lange zusammen in dieser ewigen Konstellation, mit diesen Mondgestalten, die ich ja immer um mich herum habe. Da braucht es einfach mal etwas Neues. Und als er dann ankam, habe ich ihn sehr schnell zur Mondkonferenz unter vier Augen gebeten. Aber glauben Sie es  nur: Auf diesem Mond geht es zu wie auf der Erde. Es könnte genauso gut ein Berliner Hinterhof sein.

Kann denn eine wie Sie, die Ihre Stimme in Hannover und Neustrelitz zur Mondreife gebracht hat, denn auch berlinern?

Frau Luna Auf dem Mond ist das nicht nötig. Aber als Flora Huschke muss ich. Ich hoffe, dass man mir das abnimmt. Hannoversch kenne ich mich besser aus. Das geschlossene E hört sich da an wie ein Ä.

Trauen Sie den Lausitzern zu, dass sie übermütig genug sind, eine Reise zum Mond zu wagen?

Frau Luna Aber natürlich! Wir haben viel Spaß und hoffen natürlich, dass sich das überträgt und die Leute da mitfeiern. Ich glaube, diese Reise zum Mond macht jeder mit. Schon aus dem „Traumfresserchen“ weiß ich, wie mutig das Publikum ist.

Lena Kutzner, geht mit dieser neuen Rolle auch für Sie ein besonderer Stern auf?

Kutzner Eigentlich habe ich Frau Luna nie so auf dem Schirm gehabt. Aber ich fühle mich wohl mit ihr, weil sie genau weiß, was sie will und sich ihrer Rolle bewusst ist: Ich bin die Frau im Mond. Und ich freue mich auf die Leute, die hoffentlich genauso mondsüchtig sind und viel Spaß dort haben können wie wir.