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| 16:02 Uhr

Einblicke in kreative Seite der Lausitzer
Lodka plant schon Ausstellungen für 2021

 Milena Stock begrüßt Dr. Evelyn Mühlberg-Seck zur Vernissage ihrer Ausstellung  unter dem Titel „Damals – Erinnerungen an Malstunden und Pleinairs mit Gerhard Knabe“ Zeichnungen, Aquarelle und Pastelle im Wendischen Haus in Cottbus. .
Milena Stock begrüßt Dr. Evelyn Mühlberg-Seck zur Vernissage ihrer Ausstellung unter dem Titel „Damals – Erinnerungen an Malstunden und Pleinairs mit Gerhard Knabe“ Zeichnungen, Aquarelle und Pastelle im Wendischen Haus in Cottbus. . FOTO: Archiv Lodka/Werner Brummack
Cottbus . Die Sorbische Kulturinformation „Lodka“ fördert die Auseinandersetzung mit dem sorbischen/wendischen Leben und lässt in Cottbus seit mehr als 25 Jahren auch Laienkünstler ihre Sichtweise darauf zeigen. Das macht das Wendische Haus in Cottbus zur begehrten Adresse. Von Beate Möschl

„Das ist ja schön, das muss ich unbedingt meiner Bekannten zeigen“, sagt eine Besucherin, die eher zufällig in das Wendische Haus am Schillerplatz gekommen ist und sich bei der Gelegenheit auch die Ausstellung im Obergeschoss angesehen hat. Dort hatte die lange Jahre in Cottbus praktizierende Fachärztin für Gastroenterologie und Internistin Dr. Evelyn Mühlberg Seck unter dem Titel „Damals – Erinnerungen an Malstunden und Pleinairs mit Gerhard Knabe“ Zeichnungen, Aquarelle und Pastelle mit sorbisch-wendische Motiven ausgestellt. Eine andere  Ausstellung im Wendischen Haus widmet sich den Ergebnisse eines Fotografie-Workshops der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur. Unter dem Titel „Fontane wieder im Spreewald“ wird mit Entdeckungen in Burg und Lübbenau bekannt gemacht.

Wer kommt in die Aussteller-Auswahl?

Das sind wichtige Schlüssel, die die Tür zu einer der begehrten Laienkunst-Ausstellungen im Wendischen Haus öffnen, sagt Milena Stock. „Die Arbeiten und Exponate müssen einen Bezug zur sorbisch-wendischen Kultur, zur Geschichte und zur Region haben. Oder die Künstler kommen aus dem slawischen Sprachraum oder haben selbst sorbische Wurzeln, oder sie zeigen Arbeiten aus Pleinairs, die hier entstanden sind oder einen Bezug zum Sorbischen/Wendischen haben“, erklärt die Leiterin der Sorbischen Kulturinformation „Lodka“. Sie bereitet inzwischen schon die Ausstellungen für das Jahr 2021 vor. „Mittlerweile ist es sehr begehrt, bei uns auszustellen. Die Warteliste ist lang. Auch beim Publikum haben unsere Ausstellungen einen Stand. Das höre ich immer wieder von Besuchern, von denen viele längst Stammgäste sind.“

 Milena Stock, Leiterin der Sorbischen Kulturinformation „Lodka“ im Wendischen Haus in Cottbus.
Milena Stock, Leiterin der Sorbischen Kulturinformation „Lodka“ im Wendischen Haus in Cottbus. FOTO: LR / LR Beate möschl

Sorbische Poesie kalligraphisch

Die Ausstellungen sind ein Weg, die sorbische/wendische Tradition bekannt zu machen und zu fördern. Die Einladung dazu gibt es seit 1990. Angenommen wird sie gern und überwiegend von Laienkünstlern. Auf diese Weise macht die „Lodka“ einmal mehr auch mit interessanten Menschen von nebenan bekannt. So können sich die Freunde der Sorbischen Kulturinformation im Juli auf kalligrafische Kostbarkeiten von Stefan Kaiser freuen. Der Cottbuser ist im Hauptberuf Werkstattleiter am Lehrstuhl Plastisches Gestalten an der Brandenburgischen Technischen Universität BTU Cottbus-Senftenberg. Er zeigt am Beispiel sorbischer Gedichte die Kunst der schönen Schrift und ist das zweite Mal mit einer eigenen Ausstellung in der Sorbischen Kulturinformation „Lodka“ präsent. 1992 stellte er im Wendischen Haus Malerei und Keramik aus.

„Wir sind bemüht, unseren Gästen immer wieder etwas Neues zu zeigen, aber es gibt auch Laienkünstler, die sind zum wiederholten Mal da, weil sie vielseitig unterwegs sind, oder weil wir immer wieder Arbeiten aus verschiedenen Plenairs zeigen, die die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur veranstaltet, an denen sie oft teilnehmen. Oder wir haben eine Personalausstellung, in der alte und neue Werke eines Künstlers gezeigt werden“, schildert Milena Stock und sagt. „Da sieht man oft durchaus eine künstlerische Entwicklung.“ Auch das mache den Reiz der Ausstellungen im Wendischen Haus aus.

Auch Unvollkommenes darf sein

„Wer bei uns ausstellt, muss kein komplettes Kunstwerk ausstellen oder das bildnerische Schaffen eines Künstlers nachweisen, dem die großen Galerien vorbehalten sind. Wir geben Menschen wie Du und ich Gelegenheit ihre kreative Seite zu zeigen. Dabei geht es nicht um Perfektion.“ Die Ausstellungseröffnungen aber sind gerade deshalb so beliebt, weil sie ähnlich den Großen in Laudatio und Gespräch mit dem Künstler bekanntmachen und auch musikalisch unterhalten; zum Beispiel mit dem sorbischen Liederpoeten Pittkunnings oder Schülern des Sorbischen Gymnasiums. Zur 100. Ausstellung im Jahr 2017 war das Sorbische Nationalensembles mit einem kleinen Programm vor Ort.