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Festival
Kindermusical will Metropolen erobern

Ronny Schröter bei der Abschlussmoderation des Weihnachtsmusicals "Engel der Weihnacht" im Dezember des vergangenen Jahres in der Stadthalle Cottbus.
Ronny Schröter bei der Abschlussmoderation des Weihnachtsmusicals "Engel der Weihnacht" im Dezember des vergangenen Jahres in der Stadthalle Cottbus. FOTO: Ron Petraß
Cottbus. Nach Erfolgen bei den Festivals in Herxheim will das Ensemble sich nun auch in Städten wie Berlin oder Dresden einen Namen machen. Ulrike Elsner

Das Cottbuser Kindermusical kommt in die Jahre und präsentiert sich dabei so jung wie nie. Das beginnt bei der aufgefrischten Homepage, die einen schnellen Überblick über aktuelle Termine ermöglicht, und endet nicht bei der Nutzung moderner Kommunikationsmittel. E-Mail-Verkehr und WhatsApp haben beispielsweise der "Zettelwirtschaft" im Austausch mit den Eltern ein Ende bereitet.

Vor allem aber stellt sich das Ausnahmeensemble, das im Herbst 2019 seinen 50. Gründungstag feiert, neue ehrgeizige Ziele. "Wir wollen unsere Produktionen über die Grenzen von Cottbus hinaustragen", so Ronny Schröter, seit genau einem Jahr Ensemblemanager. "In der Szene haben wir durch unsere Erfolge bei den Jugendmusical-Festivals in Herxheim einen guten Ruf. Darauf können wir aufbauen", sagt er. Ziel sind Auftritte in Kulturmetropolen wie Berlin oder Dresden.

Vielleicht klappt das ja schon im Jubiläumsjahr. In einem ersten Schritt konzentrieren sich das Ensemble und seine Unterstützer wieder stärker auf die Ausbildung. An wöchentlich zwei Terminen stehen Gesangs- und Schauspielausbildung, klassisches Ballett und Tanz auf dem Programm. Während die 7- bis 14-Jährigen das diesjährige Weihnachtsstück allein bestreiten, können sich die Großen - anders als in den vergangenen Jahren - schon jetzt ganz auf die neue Musicalproduktion konzentrieren. "Paradoxa und die zerbrochene Zeit" soll am 9. März Premiere haben. Noch ist Autor Torsten Karow dabei, die letzten Songs zu schreiben. Beim Probenlager Anfang November beginnen die jungen Darsteller, sich ihre Rollen zu erarbeiten.

Ronny Schröter ist trotz seiner Jugend der Dienstälteste im Kindermusical-Team. Angefangen hat er 1989 noch unter der Ägide von Ensemblechef Manfred Lehmann und Tanzpädagoge Helmut Winkelmann. "Seitdem hat mich das Ensemble nicht wieder losgelassen", sagt er. Seinen ersten großen Auftritt hatte er 1989 als Sechsjähriger beim Tierparkfest. Unzählige weitere Höhepunkte folgten. Besonders eingeprägt haben sich dem Cottbuser Auftritte in Berlin und in der Partnerstadt Montreuil. "Es wäre schön, wenn wir so etwas wieder hinkriegen könnten", sagt der gelernte Veranstaltungskaufmann, der nach seiner aktiven Kindermusicalzeit 2002 in den Förderverein des Ensembles gewechselt ist und ab 2011 als Schauspiellehrer beim Kindermusical tätig war.

Am Ende seines ersten Jahres als Ensemblemanager ist der 34-Jährige besonders stolz darauf, dass er ein ebensolches Vertrauensverhältnis wie seine Vorgängerin Gundula Witte zu den Mädchen und Jungen aufbauen konnte. Gundula Witte hieß nur "Mama Kindermusical". Ihr Nachfolger wird ebenso liebevoll "Ensemblepapa" genannt.

Dennoch ist sich Ronny Schröter sicher: "Ohne den Förderverein ginge gar nichts." Der Verein habe gemeinsam mit dem früheren Ensemblechef Ulrich Werner das Cottbuser Kindermusical über die schwierigen Jahre der Wende gerettet und schafft damals wie heute hinter den Kulissen die Voraussetzungen für immer neue erfolgreiche Aufführungen. Das reicht von den Bühnenbildern über Kostüme und Masken bis zum Einlass.

Zum Thema:
"Wenn der Weihnachtsmann im Urlaub ist" läuft am 17. Dezember, 16 Uhr, 18. Dezember, 9 Uhr, 19. Dezember, 9.30 Uhr, in der Stadthalle. Die neue große Produktion "Paradoxa und die zerbrochene Zeit" hat am 9. März 2018, 19 Uhr, im Konservatorium Premiere. Weitere Vorstellungen gibt es am 10. und 11. März, 17. und 18. März, sowie 24. und 25. März, jeweils 15 Uhr.