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Inna Perkas stellt in der Cottbuser Uni-Bibliothek aus
Gefühle in der Sprache der Kunst

Inna Perkas in ihrer Ausstellung im Eingangsbereich der Cottbuser Uni-Bibliothek.
Inna Perkas in ihrer Ausstellung im Eingangsbereich der Cottbuser Uni-Bibliothek. FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Die Cottbuser Uni-Bibliothek bietet ein vielfältiges Ausstellungsprogramm. „Forderung nach mehr Raum“ von Inna Perkas läuft noch bis Ende November.

Das Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der BTU (IKMZ) zieht auch zwölf Jahre nach seiner Eröffnung noch Architekturstudenten, Touristen und einfach kulturell Interessierte aus dem In- und Ausland in Scharen an. Das Werk der Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron erweist sich als neues Cottbuser Wahrzeichen mit Langzeitwirkung. Besucher können hier nicht nur Fachliteratur studieren,  elektronische Medien nutzen und sich von der magentarot-sattgrünen Wendeltreppe nach hinauf lenken lassen.

Regelmäßig bieten Ausstellungen  im Empfangsbereich zusätzlichen Kunstgenuss oder Anregungen zur Auseinandersetzung mit den verschiedensten Themen. Das Spektrum reiche von bildender Kunst über studentische Arbeiten bis zu Werken von Jugendlichen mit Behinderung, erläutert Bibliotheksmitarbeiterin Antje Tworke-Heybutzky. Gewechselt wird im Monatsrythmus, das schafft Vielfalt.

Die Cottbuser Malerin Inna Perkas sorgt für die unverwechselbare künstlerische Handschrift des Monats November. „Forderung nach mehr Raum“ verkündet der Titel einer Werkserie, der der gesamten Ausstellung ihren Namen gibt. „Mir war klar, das muss etwas mit Naturwissenschaft zu tun haben“, sagt die Masterstudentin an der Akademie für Malerei Berlin, die  ihre Brötchen als Diplom-Biologin in einem Cottbus Labor verdient, über ihren eigenen Anspruch an die Ausstellung. „Architektonische Biologie – biologische Architektur“ thematisiert eine Serie auf Büttenpapier. Arbeiten auf Steinpapier erinnern ein biologische Präparate – Objekte, mit denen sie täglich umgeht.

Die Malerin, die von sich sagt, dass sie fast immer seriell gearbeitet hat, unterwirft sich inzwischen als Konzeptkünstlerin eigenen noch strengeren Regeln. „Ich begrenze mich auf zehn Arbeiten“, stellt die Künstlerin klar. Warum es gerade zehn sein müssen? „Wenn es 120 wären, würde es beliebig. Und nach drei Arbeiten bin ich mit dem Thema noch nicht durch“, gibt sie zu. Dabei stellen neun Teile jeweils eine abgerundete Arbeit dar. Der zehnte Teil wird ihnen als Protokoll des gesamten Arbeitsprozesses hinzugefügt.

Eine solche Herangehensweise setzt eine genaue Planung und Vorbereitung voraus. Disziplin ist angesagt. „Das hat mich stark gemacht“, stellt die 48-Jährige fest. Ihre Erfahrung besagt: „Konsequent zu bleiben, bringt dich intellektuell und emotional auf eine andere Ebene.“

Die verwandten künstlerischen Mittel sind vielfältig. Acryl auf Leinwand, Collagen, Glasbilder und Monotypien wechseln einander ab. Und bei aller Abstraktion bleiben ihre Werke immer im Leben verankert, übersetzen Gefühle, Gedanken, Erlebnisse in die Sprache der Kunst. Was im übrigen auch für die Ausstellung in der „Kleinen Galerie“ der Bücherei Sandow gilt, die  Inna Perkas gewidmet ist und noch bis 15. Januar 2018 zu sehen ist.

Die Ausstellung im IKMZ läuft bis zum 30. November.