| 18:21 Uhr

Cottbuser Veranstaltungsort feiert Geburtstag
Galerie Fango streift die Kinderschuhe ab

Jan Gerlach (r.) und Mario Drelas bereiten eine Ausstellung zur Erinnerung an Sven Pfennig vor.
Jan Gerlach (r.) und Mario Drelas bereiten eine Ausstellung zur Erinnerung an Sven Pfennig vor. FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Am Samstag wird der 15. Geburtstag einer Kulturstätte gefeiert, die sich Förderung junger Künstler verschrieben hat. Von Ulrike Elsner

Die Mitglieder des Vereins Kulturforum Cottbus nennen sie „unser kleines anarchisches Wohnzimmer“. Die Galerie Fango in der Cottbuser Amalienstraße wird 15. Gefeiert wird das Jubiläum am Samstag ab 20 Uhr in dem markanten Eckhaus Amalienstraße 10 mit einer Ausstellung, die die Vereinsgeschichte Revue passieren lässt, und mit einem Solokonzert des jungen Pianisten Pavel Kuznetsov. Im Eingangsbereich wird eine Auswahl von Werken des viel zu früh verstorbenen Cottbuser Künstlers Sven Pfennig gezeigt. Er hat den Veranstaltungsort für Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen und Performances geprägt hat wie kein anderer.

Am Freitagnachmittag deutet noch nichts darauf hin, dass hier reichlich 24 Stunden später die Post abgeht. Fango, steht eben auch für Spontanität, Kreativität und die Energie der Gemeinschaft. Wer mehr darüber erfahren will und sich vielleicht auch gern dazugehören möchte, ist herzlich eingeladen. „Wir wünschen uns viel mehr ganz junge Leute hier“, sagt Jan Gerlach, der auf der Suche nach einem Atelier den Anstoß für die Galeriegründung gegeben hat. Bis heute bietet die Galerie eine Bühne für Kunst und Kultur der verschiedensten Genres. Mehr als 130 Ausstellungen hat es hier in den vergangenen 15 Jahren gegeben, dazu Workshops, Kreativkurse, Kunst- und Musikfestivals.

„Wir haben immer junge Künstler unterstützt“, sagt Jan Gerlach. Ohne den Anspruch, perfekt zu sein, haben sich hier viele Kreative ausprobieren können. Julia Danckwerth beispielsweise hat in der Galerie Fango selbst genähte Handtaschen ausgestellt. „Großartige kleine Welten, die Geschichten erzählen“, schwärmt Gerlach. Heute ist die Cottbuserin erfolgreiche Modedesignerin.

In den Anfangsjahren oft nicht ernst genommen, hat die Galerie längst einen festen Platz in der Cottbuser Kulturlandschaft. Was war der Schlüssel zum Erfolg? „Unsere Hartnäckigkeit“, gibt Jan Gerlach unumwunden zu, „unsere Ausdauer und dass uns dieser Ort immer sehr am Herzen lag.“

Auch auf die Frage nach der Herkunft des für einen Veranstaltungsort recht ungewöhnlichen Namens hat der Gründervater eine Antwort. „Wir saßen zusammen und haben Buchstaben gewürfelt“, erinnert sich Gerlach. Irgendwann sei dabei Fango erschienen. Das Wort klang gut. Der Begriff war bekannt, hatte aber zum Kontext Kunst und Kultur überhaupt keine Beziehung.

Was für Viele ein Ausschlusskriterium gewesen wäre, war für die Vereinsmitglieder der entscheidende Grund für die Namensgebung.