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Konzert vom Spremberger Turm
Loge schenkt Musik vom Turm

Der Spremberger Turm ist eines der Wahrzeichen von Cottbus.
Der Spremberger Turm ist eines der Wahrzeichen von Cottbus. FOTO: Constantin Nocon / Medienhaus Lauistzer Rundschau
Cottbus. Zu einem weihnachtlichen Bläserkonzert mit dem Ensemble Masonic Brass Berlin laden die Freimaurer die Cottbuser am Samstag ein. Von Ulrike Elsner

Monatliche Gästetreffen der Freimaurer gehören mittlerweile zu den festen Terminen im Cottbuser Stadtmuseum. Auch am kommenden Samstag, 16. Dezember, laden die Logenbrüder der Johannisloge „Zum Brunnen in der Wüste“ zu Cottbus wieder ab 15 Uhr  in das frühere Sparkassengebäude Bahnhofstraße 22 ein. Allerdings soll das Dezember-Treffen einen anderen Rahmen bekommen, verspricht Altlogenmeister Siegmar Lorenz. „Nach der Begrüßung im Museum geht es gemeinsam mit den wieder herzlich eingeladenen Gästen, Logenbrüdern und ihren Frauen zu einem Bummel über den Weihnachtsmarkt. In persönlichen Gesprächen können vor der Kulisse des wunderschönen Marktes mit seinen Leckereien und Düften das gegenseitige Kennenlernen vertieft sowie Interessantes über Bedeutung und Ziele der Freimaurerei und der Cottbuser Loge ausgetauscht werden.“

Doch mehr noch. Ab 16 Uhr lädt die Loge alle Weihnachtsmarktbesucher aus Cottbus und Umgebung zu einem Bläserkonzert vom Spremberger Turm ein. Aus luftiger Höhe soll zur Adventszeit passende  Musik erklingen. Das Ensemble Masonic Brass Berlin spielt Werke von Bach, Händel, Telemann sowie weihnachtliche Stücke. Damit dürfte ein zusätzlicher Höhepunkt im Weihnachtsmarkt-Programm garantiert sein.

Masonic Brass Berlin ist eine Gruppe von Musikern aus Berliner Profiorchestern, die neben ihrer Liebe zur Musik die Darbietung traditioneller Bläsermusik vereint. Für die musikalische Qualität des Ensembles stehen erfolgreiche Gastspiele in Kanada, den USA, Australien, Japan sowie mehreren europäischen Ländern.

Anlass für dieses musikalische Geschenk der Logenbrüder an die Cottbuser sind zwei Jubiläen. Die Großlogen der Freimaurer hatten vor 300 Jahren in England ihren Ursprung. Die 1797 gegründete Johannisloge „Zum Brunnen in der Wüste“ zu Cottbus begeht in diesem Jahr ihren 220. Geburtstag. Im Namen der Loge sollte sich das Ziel ihrer Bemühungen ausdrücken. Cottbus, damals eine Kleinstadt mit rund 5400 Einwohnern und für damalige Zeiten weit von Berlin entfernt, sollte wie ein Brunnen Stadt und Umland mit freimaurerischen Idealen beleben und geistig intellektuelle Impulse spenden. Nach der Wende erlebte diese Bewegung eine Wiedergeburt.

Die Freimaurer sind noch immer eine der geheimnisumwittertsten Vereinigungen der Welt. Gerade das macht sie für viele Menschen so interessant. Für Logenmeister Manfred Günnel bedeutet die Loge „in erster Linie eine Lebenseinstellung“. Es handle sich um einen christlichen Bruderbund frei von jedem Dogmatismus, mit Ritualen, die zu innerer Ruhe führen, und absoluter Verschwiegenheitspflicht. Eine Übersicht über die aktuellen Mitglieder ist von dem Berliner nicht zu haben. Sich selbst als Logenbruder zu outen, ist zwar jedem freigestellt, gleichzeitig aber nur ihm allein möglich. Ansonsten gilt absolute Verschwiegenheit. Übrigens auch im Hinblick auf die mildtätigen Werke der Loge.