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Integratives Filmprojekt in Cottbus
„Die Sehnsüchte sind die gleichen“

Zombies vor der „Dose 08“: Im Rahmen des Filmprojekts „Mix It“ drehen geflüchtete und deutsche Jugendliche gemeinsam Filme.
Zombies vor der „Dose 08“: Im Rahmen des Filmprojekts „Mix It“ drehen geflüchtete und deutsche Jugendliche gemeinsam Filme. FOTO: Daniel Schauff / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Cottbus. Vor dem Kinder- und Jugendtreff „Dose 08“ in Sachsendorf stehen Zombies, matialisch geschminkt und suchen gemeinsam die beste Kameraeinstellung. Der Cottbuser Regisseur Erik Schiesko gibt Anweisungen, teils mit Händen und Füßen, weil einige seiner Darsteller erst wenig Deutsch verstehen.

Vor dem Kinder- und Jugendtreff „Dose 08“ in Sachsendorf stehen Zombies, matialisch geschminkt und suchen gemeinsam die beste Kameraeinstellung. Der Cottbuser Regisseur Erik Schiesko gibt Anweisungen, teils mit Händen und Füßen, weil einige seiner Darsteller erst wenig Deutsch verstehen. Eine andere Gruppe, sagt Gabriela Zorn vom Verein „Bilderbewegen“, sei gerade in der Innenstadt unterwegs, ebenfalls ausgestattet mit Kameras und Tontechnik, und dreht einen zweiten Film. Gruppe drei sitzt gerade im Tonstudio, provisorisch im Obergeschoss der Einrichtung zwischen Kickertischen und Sofas aufgebaut, und sucht den perfekten Soundtrack für den dritten Film. Bis zum heutigen Freitag muss alles im Kasten sein, geschnitten wird später, sagt Gabriela Zorn.

Sie ist künstlerische Leiterin im Projekt „Mix It“ der Deutschen Filmakademie und ihres Vereins. Innerhalb einer Woche drehen knapp 30 Cottbuser Oberstufenschüler Filme. Mehr als die Hälfte der Nachwuchsfilmer sind Geflüchtete, einige deutsche Jugendliche haben sich für das Projekt ebenfalls gefunden.

Es solle gar nicht so sehr um die Themen Flucht und Migration in den Filmen gehen, sagt Gabriela Zorn, obwohl das Projekt ausdrücklich ein „integratives“ sei. In einem der in Cottbus in Kooperation mit dem Filmfestival enstehenden Filme gehe es zum Beispiel um die Liebe. „Die Sehnsüchte sind bei allen Jugendlichen die gleichen“, sagt die künstlerische Leiterin beim Blick auf die bunten Filmteams.

2015 ist das Projekt auf Initiative der Deutschen Filmakademie entstanden und tourt mittlerweile durch ganz Ostdeutschland. Die fertigen Filme werden auf einem Youtube-Kanal veröffentlicht, so auch die Produktionen, die in Cottbus in dieser Woche entstanden sind. Für die Teilnehmer des Projekts in der „Dose 08“ gibt es – der Kooperation mit dem Filmfestival sei Dank – noch einen Höhepunkt im November. Im Rahmen des Filmfestivals werden die Filme am 9. November um 19 Uhr im Glad House vor Publikum gezeigt.

Das Projekt „Mix It“ wird von der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Bündnis für Brandenburg im Zusammenarbeit mit dem Landeskulturministerium gefördert. Den Organistaroren zufolge haben seit Beginn des Projekts über 300 Schüler aus Ländern wie Afghanistan, Syrien, Iran oder Serbien sowie Deutsche teilgenommen.

Unter diesem Link finden Sie eine Auswahl bisheriger Videos aus dem Projekt „Mix It“.

(dsf)