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| 16:53 Uhr

Kleine Komödie Cottbus
Verrückte Idee bei Feuerzangenbowle

„Die Feuerzangenbowle“ sorgt in der Theaternative C für gute Stimmung. Ulrich Milde, Michael Krieg-Helbig, Michael Apel und Bernd Reichelt (v.l.) formieren die Herrenrunde, die den Verwandlungsspaß ausheckt.
„Die Feuerzangenbowle“ sorgt in der Theaternative C für gute Stimmung. Ulrich Milde, Michael Krieg-Helbig, Michael Apel und Bernd Reichelt (v.l.) formieren die Herrenrunde, die den Verwandlungsspaß ausheckt. FOTO: Ingrid Hoberg
Cottbus. Bekannte Komödie sorgt für einen unterhaltsamen Abend mit der Theaternative C. Von Ingrid Hoberg

„Sind Sö der neue Schöler?“, fragt Lehrer Crey, genannt Schnauz. „Ja, Pfeiffer mit drei F, zwei vor dem Ei, zwei nach dem Ei!“, antwortet der neue Oberprimaner, der ab sofort das Gymnasium aufmischen wird. „Sie waren noch auf keiner Anstalt?“, wundert sich Crey, aber das wird nicht die einzige Überraschung bleiben, die mit diesem Neuen zu erleben ist.

 Alles genau festhalten wird an diesem Abend in der Kleinen Komödie Cottbus Lothar Damian. Er wird von Lehrer Crey „eingeteilt“: „Ackermann, Sö föhren heute das Klassenboch!“ Und das wird der Finsterwalder mit viel Gaudi machen, denn er ist mit seiner Frau Regina und Freunden zu dieser Aufführung der Feuerzangenbowle gekommen. Glühweinduft liegt schon in der Luft, als die vier Herren mit Gesang einmarschieren und bei einer Feuerzangenbowle ihren Plan aushecken, den Schriftsteller Johannes Pfeiffer ans Gymnasium zu bringen, denn unglaublich, der hatte Privatunterricht und kennt die schönen Seiten der Schule gar nicht.

Die Geschichte ist bekannt, der alkohol-launige Anfang und auch das natürlich gute Ende. Die meisten haben wohl gleich Heinz Rühmann vor Augen, wenn es um „Die Feuerzangenbowle“ geht. Sein Pfeiffer in der Verfilmung nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Spoerl ist unvergessen. Die Bühnenfassung von Lutz Keßler hat Gerhard Printschitsch nun als Vorlage genommen, um für die Theaternative C die Geschichte zu erzählen. Sechs Darsteller dürfen ihrem Affen Zucker geben – und tun das mit sichtlicher Freude, die auf das Publikum überspringt. Michael Apel gibt den pfiffigen Pfeiffer, der sich am Ende seiner geliebten Eva (Melanie Schwarzwald) als „schöner Mann, fast schlank“ empfiehlt und vorher jede Menge Blödsinn verzapft.

Michael Krieg-Helbig wird nicht nur als Crey vom Los des Lehrers gebeutelt. Als Lehrer Fridolin lässt er die Klasse, erweitert durch das Publikum, den Kanon „Bruder Jakob“ singen. Da stimmen auch Ella (7) und Paul (14) gern mit ein. Sabine Seidler hat ihre Enkelkinder mitgebracht und alle drei haben ihre Freude an dem Stück. „Durch den Film inspiriert, haben wir uns für den Besuch der Aufführung der Theaternative C entschieden“, sagt sie. „Hier geht es immer locker zu“, so die Erfahrung der Cottbuserin zu den Veranstaltungen in der Kleinen Komödie in der Cottbuser Petersilienstraße.

Ulrich Milde, Bernd Reichelt, Ann-Christin Klinner und Melanie Schwarzwald schlüpfen in die anderen Rollen und meistern das überzeugend. „Der Autor hatte vorgesehen, alle von vier Männern spielen zu lassen. Doch das wäre mir zu viel Klamauk gewesen“, sagt Regisseur Printschitsch. Mit dieser Entscheidung lag er sicher richtig, wie die Reaktionen des Publikums am Samstagabend bewiesen haben. Ein bisschen weiblicher Charme tut der Herrenrunde gut – auch wenn sich die jungen Damen der Anzüglichkeiten mit einem kurzen „Me too!“ erwehren müssen.

Nach einem unterhaltsamen, kurzweiligen Theaterabend wird das Klassenbuch geschlossen. „Ackermann“ findet in seiner Frau noch eine Helferin, die einen Spruch einträgt – da kann sich dann der nächste Klassenbuchführer an einem der folgenden Abende gern anschließen, denn es wird immer wieder einer gebraucht. Es ist sicher eine gute Entscheidung, dass der Regisseur diesen Part, den er eigentlich selbst übernehmen wollte, in die Hände der Zuschauer legt.

„Wir sind zum ersten Mal hier, die familiäre Stimmung gefällt uns“, sagt Regina Damian. Nach einer Stadtführung durch Cottbus mit Theaterbesuch, den Marina Köckritz für ihre Finsterwalder Freundin als Geburtstagsüberraschung organisiert hat, ist es ein gelungener Abschluss.

Weitere Aufführungen stehen im Dezember auf dem Spielplan, der unter www.theaternative.cottbus.de zu finden ist. Ausverkauft sind bereits der 28. Dezember sowie beide Vorstellungen am Silvestertag.