| 17:11 Uhr

Fontane-Jahr 2019
„Effi Briest“ als Oper — Hallelujah!

Freude über die Sparkassen-Fördermittel auf der Bühne des Staatstheaters zugunsten der Uraufführung der Fontane-Oper „Effi Briest“. Die Sopranistin Ludmila Lokaichuk (am Tisch) soll die Titelpartie singen.
Freude über die Sparkassen-Fördermittel auf der Bühne des Staatstheaters zugunsten der Uraufführung der Fontane-Oper „Effi Briest“. Die Sopranistin Ludmila Lokaichuk (am Tisch) soll die Titelpartie singen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Spree-Neiße fördern Uraufführung in Cottbus. Von Ida Kretzschmar

Es ist selten, dass auf dieser Theaterbühne das Geld gefeiert wird, stellt Martin Roeder, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes und Verwaltungsdirektor der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus — Frankfurt (Oder) mit einem schalkhaften Lächeln fest. Wenn es aber im Dienste der kulturellen Entwicklung in Stadt und Land steht, ist es etwas anderes.

In der Kulisse des Weihnachtsmärchens „Momo“, in dem derzeit berechnende graue Herren den Menschen die Zeit stehlen, gibt es am Mittwoch eine glückliche Botschaft. Ralf Braun, Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße, gibt Martin Roeder und dem Intendanten des Staatstheaters Cottbus, Martin Schüler, die Förderzusage für ein ganz besonderes Projekt, auf das das Orchester vom Rang her mit einem Hallelujah eingestimmt hat.

Effi Briest als Oper in Cottbus FOTO: Von Michael Helbig

Die Fördermittel der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Spree-Neiße dienen dem Kompositionauftrag für die Oper „Effi Briest“ von Siegfried Matthus, die im Fontanejahr 2019 am Staatstheater Cottbus uraufgeführt werden soll.

„Effi Briest“ war als Schauspiel im Jahre 2000 in einer gefeierten Inszenierung von Christoph Schroth am Staatstheater Cottbus uraufgeführt worden. Als Oper aber wird der berühmte Romanstoff aus dem Jahre 1895 nun zum ersten Mal in Cottbus zu erleben sein.

Brillierte damals in der Hauptrolle Anne Ratte-Polle, wird diesmal  Ludmila Lokaichuk die Titelpartie verkörpern, ist am Mittwoch zu erfahren. Denn überraschend gibt es eine Vorab-Uraufführung einer Szene, die ihr Siegfried Matthus bereits „regelrecht auf die Kehle“ geschrieben hat und die einen berührenden ersten Eindruck vermittelt.

Für den Intendanten Martin Schüler, der die Regie übernimmt, besteht der besondere Reiz dieser Fontane-Oper darin, dass durch Musik tiefere Schichten des Ro manstoffes freigelegt werden können, die „neue Dimensionen eröffnen werden.“ Mit mehr als 600 Kompositionen gehört Siegfried Matthus zu den bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Deutschlands, betont er. Geplant ist die Uraufführung unter der musikalischen Leitung von Evan Christ im Herbst 2019 als ein Höhepunkt im Fontane-Jahr.

„Das Staatstheater Cottbus hat sich durch viele außergewöhnliche Inszenierungen überregional einen hervorragenden Ruf erarbeitet“, begründet Ralf Braun die Förderung des großen Vorhabens. Mehr als 1900 Kulturprojekte wurden in den vergangenen 20 Jahren von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und regionalen Sparkassen unterstützt. Rund 80 Millionen Euro wurden dafür insgesamt bereitgestellt.

Zum 200. Geburtstag Fontanes kündigt dann die Cottbuser Kulturdezernentin Maren Dieckmann noch weitere Aktivitäten in der Stadt an, es sei, auf einen Spruch von Vater Briest anspielend, „ein weites Feld“.