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| 19:08 Uhr

Erfolgreiches Gastspiel
Cottbuser in Philadelphia gefeiert

Neben Konzerten und Proben gab es auch Zeit für einen Stadtbummel durch Philadelphia für Roswitha Knappe, Roland Knappe, Friedemann Riebesel und  Hans-Eckard Langfeld (v.l.n.r.).
Neben Konzerten und Proben gab es auch Zeit für einen Stadtbummel durch Philadelphia für Roswitha Knappe, Roland Knappe, Friedemann Riebesel und Hans-Eckard Langfeld (v.l.n.r.). FOTO: Singakademie
Cottbus. Sänger der Singakademien Cottbus und Dresden sowie des Bachchors Eisenach sind von einem sehr gelungenen Gastauftritt in den USA zurück.

„Es war ein Mega-Event und ein großes Abenteuer“. Roswitha Knappe vom Sinfonischen Chor der Cottbuser Singakademie ist wenige Tage nach der Rückkehr aus Philadelphia (US-Bundesstaat Pennsylvania) übervoll von Erlebnissen und Eindrücken. Der gemeinsame Gastauftritt von Sängern der Singakademien Cottbus und Dresden sowie des Bachchors Eisenach in den USA ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des musikalischen Laienensembles, das eng mit dem Staatstheater Cottbus verbunden ist.

Zwei gemeinsame Auftritte mit amerikanischen Sängern und einem Orchester aus Philadelphia standen auf dem Besuchsprogramm. Dazu Proben für Chor, Orchester und Solisten. Keine leichte Aufgabe, denn statt der erwarteten 40 sahen sich die Gäste nur einer Unterstützung durch zehn amerikanische Sänger gegenüber. Das ungewöhnliche Werk eines zu Unrecht fast vergessenen Komponisten stellte zusätzliche Anforderungen. Aufgeführt wurde das  1871/72 entstandene Oratoriums „Luther in Worms“ von Ludwig Meinardus. Die musikalische Leitung hatte Christian Möbius, Chordirektor des Staatstheaters Cottbus.

„Die Resonanz war überragend“, lautet Roswitha Knappes Fazit. Dabei ist „Luther in Worms“ mit seiner ungewöhnlichen Klangsprache alles andere als leichte Kost. In der Pause schnappte ein Sänger dann aus einem Besucher-Dialog auf: „Bis jetzt ist es fantastisch.“ Dieser Satz milderte die Aufregung ein wenig.

Die Anspannung war dennoch ungewöhnlich hoch. „Weil wir so wenig Sänger waren, haben wir eine sehr hohe Verantwortung empfunden, denn wir wollten ja keinen Einsatz verpassen“, sagt Roswitha Knappe. Das galt auch für die zweite Aufführung am 5. November im Haus der deutsch-amerikanischen Gesellschaft, die die Sänger eingeladen hatte. Auch dort begeisterte Zuhörer. „Christian Möbius hat Chor und Orchester souverän zusammengeführt“, stellt die Sängerin fest. „Es waren tolle Konzerte vor vollen Häusern.“

Hinter dem Chor liegt eine anstrengende Zeit. Die Proben haben erst im August begonnen. Es gab ein extra Sommerseminar für jede Stimmgruppe, im September und Oktober dann wöchentlich zwei statt der üblichen einen Probe und bei den Aufführungen in Dresden, Eisenach, Cottbus und Philadel­phia immer wieder neue Räume, neue Dirigenten, neue Nachbarn auf der Bühne und die Frage: Wie sieht man von hier aus den Dirigenten?

Durch die Unterbringung bei Gastfamilien war der unmittelbare Kontakt zu Amerikanern sofort gegeben. „Wir haben unsere Gastgeber vor allem auf den Branitzer Park und das Staatstheater neugierig gemacht“, erinnert sich Roswitha Knappe. Aber auch auf der Straße sind die Cottbuser immer wieder hilfsbereiten und sehr gelassen erscheinenden Menschen begegnet.

Was nach dieser Gastspielreise bleibt, formuliert die Sängerin, die am Pückler-Gymnasium als Lehrerin arbeitet, so: „Tolle Eindrücke, ein gutes Gefühl, weil wir gut vorbereitet waren und Qualität abgeliefert haben, die Erkenntnis, dass Englisch hilft und den einen und anderen Ohrwurm aus einem ungewöhnlichen Werk, das aber sehr gut klingt.“