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| 16:53 Uhr

Ausstellung in Branitz
Werke von Franz-Peter Biniarz zum Gedenken

Die Witwe des Künstlers, Ursula Wieczorek-Biniarz, und der Cottbuser Holzbildhauer Hans-Georg Wagner, Laudator der Ausstellungseröffnung, freuten sich, das Werk von Franz-Peter Biniarz vorstellen zu können.
Die Witwe des Künstlers, Ursula Wieczorek-Biniarz, und der Cottbuser Holzbildhauer Hans-Georg Wagner, Laudator der Ausstellungseröffnung, freuten sich, das Werk von Franz-Peter Biniarz vorstellen zu können. FOTO: Ulrich Littko / Bernd Weinreich
Cottbus. Kabinettausstellung anlässlich des 80. Geburtstages des Künstlers wurde im Branitzer Schloss eröffnet. Sie ist bis Ende April zu sehen.

Das Musikzimmer im Branitzer Schloss konnte die Besucher zur Eröffnung der Ausstellung „Natur und Abstraktion“ mit Zeichnungen, Malereien, Grafiken und Skulpturen von Franz-Peter Biniarz (1937 – 2009) am Samstag kaum fassen. Mit der Kabinettpräsentation wird ein Künstler aus Anlass seines 80. Geburtstages geehrt, der vor seinem freiberuflichen Wirken als Ausstellungsgestalter und Werbegrafiker in der Zeit von 1975 bis 1984 nicht unwesentlich die Öffentlichkeitsdarstellung des damaligen Bezirksmuseums begleitet und beeinflusst hat.

„Es haben bereits viele Generationen dazu beigetragen, das Erbe Pücklers zu pflegen und weiter zu tragen. Franz-Peter Biniarz gehört unbedingt dazu. Noch heute ist eine Porzellan-Medaille des Fürsten Pückler-Muskau, die nach seinen Entwürfen entstand, zu haben,“ so Stiftungsdirektor Gert Streidt in seinen Begrüßungsworten. Auf Anregung der Witwe des Künstlers, Ursula Wieczorek-Biniarz, und mit umfassender Unterstützung durch die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz ist eine Ausstellung entstanden, die das Schaffen des zuletzt in Luckau Lebenden erinnernd und bewahrend präsentiert.

Franz-Peter Biniarz gehörte zu den Künstlern, die in großer Bescheidenheit ständig damit beschäftigt waren, das eigene künstlerische Schaffen im Kontext zu ihrer Umwelt zu sehen. War er anfänglich sichtlich bemüht, seinen Blick auch künstlerisch zu weiten, zeigen seine späten Arbeiten, und hier sind nicht nur die Zeichnungen und Grafiken gemeint, dass das Gefühl für eine Gesamtsituation noch mehr unbewusst als gewusst in das Bild hinein wirkt, betont der Cottbuser Holzbildhauer Hans-Georg Wagner in seiner Laudatio. „Zwei Blätter in der Ausstellung geben einen Ausblick auf das, was man später mit Biniarz verbinden wird. In der Collage zur Parkschmiede (im Branitzer Park) findet die Wut über den Verfall dieses Kulturerbes überzeugenden Ausdruck in einer Bildfindung, die in ihrer Gebautheit schon auf die späteren Stadtansichten verweist. Und in der Zeichnung seines Arbeitsplatzes hier im Schloss findet sich der poetisch-liebevolle Blick auf alltäglich Gesehenes, der auch sein Spätwerk auszeichnet.“

Das umfangreiche Gesamtwerk von Franz-Peter Biniarz, das bis heute weder gesichtet noch chronologisch geordnet ist, umfasst weit mehr als 2500 Werke und etwa ein Dutzend Skizzenbücher. Die sehenswerte Kabinett-Präsentation in den oberen Räumen des Schlosses muss sich deshalb auf einen kleinen Teil von Arbeiten beschränken, die in den Jahren seiner beruflichen Tätigkeit in Branitz und später in seinem Luckauer Atelier entstanden sind. Überaus lobenswert, dass damit das Schaffen eines sensiblen, vielseitigen und vor allem zum Nachdenken anregenden Künstlers einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Ausstellung ist noch bis Ende April zu sehen.

(bwh)