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| 19:48 Uhr

27. Cottbuser Bücherfrühling
Auf Wanderschaft mit Fontane

 Die Mitglieder der Interessengemeinschaft "Bücher in Cottbus" präsenieren am Fastnachtsdienstag ihre Verehrung für Fontane standesgemäß (v.l. Ines Göbel, Jana Drews, Uta Jacob, Steffen Krestin, Swantje Kautz, Alexander Kuchta und Anette Kornek. Foto: Ida Kretzschmar
Die Mitglieder der Interessengemeinschaft "Bücher in Cottbus" präsenieren am Fastnachtsdienstag ihre Verehrung für Fontane standesgemäß (v.l. Ines Göbel, Jana Drews, Uta Jacob, Steffen Krestin, Swantje Kautz, Alexander Kuchta und Anette Kornek. Foto: Ida Kretzschmar FOTO: Ida Kretzschmar
Cottbus . Der 27. Cottbuser Bücherfrühling wird am 18. März eröffnet. Viele der 37 Veranstaltungen sind einem 200-Jährigen gewidmet, dem Romane wie „Effi Briest“ zu verdanken sind. Von Ida Kretzschmar

„Bis zum Horizont und (wie) weiter...“ lautet das Motto des diesjährigen Cottbuser Bücherfrühlings. Und da es sich dabei um Worte Theodor Fontanes handelt, dessen 200. Geburtstag ganz Brandenburg in Atem hält, stellen die Mitglieder der Interessengemeinschaft „Bücher in Cottbus“ das Programm am Dienstag in Frack, Zylinder und eleganter Reisekleidung vor, so als wären sie Zeitgenossen des berühmten Wanderers, Reisejournalisten und Literaten.

Insgesamt umfasst das Programm 37 Veranstaltungen. Los geht es am 18. März mit der großen Eröffnungsveranstaltung, zu der die Interessengemeinschaft in die Stadt- und Regionalbibliothek einlädt. „Es wird für viel Kultur und Kurzweil gesorgt mit Clownerie und Buchempfehlungen von und über Fontane“, gibt Bibliotheksleiterin Anette Kornek erste Einblicke. Auch Fontane alias Matthias Greupner vom Sachsendreyer werde es sich nicht nehmen lassen, dabei zu sein.

 Swantje Kautz von der Kulturwerkstatt mit Fontanes berühmtem Roman „Effi Briest“.
Swantje Kautz von der Kulturwerkstatt mit Fontanes berühmtem Roman „Effi Briest“. FOTO: Ida Kretzschmar

Viele Biografien sind in diesem Jahr über den berühmten Schriftsteller und Korrespondenten erschienen. Am 4. April wird der Dramaturg, Autor und Regisseur Hans-Dieter Rutsch sein Buch „Der Wanderer – Das Leben des Theodor Fontane“ vorstellen. Die Stärke des Buches bestehe darin, dass der Mensch Fontane (1819 - 1898) in seiner Rastlosigkeit dem Leser nahe gebracht wird, macht Uta Jacob von der Bibliothek neugierig.

Dass kaum ein anderer so eindrückliche Frauenporträts geschaffen hat, macht Christine von Brühl am 15. Mai in Lesung und Gespräch im Besucherzentrum im Park Branitz deutlich. Darauf weist Alexander Kuchta von der Pückler-Stiftung hin. Eine von vielen Begleitveranstaltungen, die sich um eine Sonderausstellung ranken, die auf einer erstaunlichen Materialsammlung beruht, die Fontane seinerzeit zum Maler Blechen zusammengetragen hat.

Steffen Krestin deutet auf interessante Ausstellungen von April bis Juli im Stadtmuseum. Unter dem dem Titel „Der Spreewald...ein landschaftliches Kabinett-Stück gibt es literarische Landschaftsreisen und Beschreibungen nicht nur von Fontane selbst. Auch Ehm Welk, dessen Familie aus dem Spreewald stamme, gewährt einen Blick in den Spreewald – aus der Sicht seines Großvaters. Und schließlich haben Landolf Scherzer und der Fotograf Erich Schutt in den 1970ern gemeinsam den Spreewald besucht, was nicht ohne Humor wiedergegeben wurde.

Am 5. Juni stellt die Literaturwerkstatt im Obenkino in einer Lesung Texte vor, die gemeinsam mit anderen Schreibgruppen in Berlin und Brandenburg entstehen, erzählt Ines Göbel. Sie beschäftigen sich mit der Frage: Wie würde Effi Briest, Fontanes berühmteste Frauenfigur, heute die Welt wahrnehmen?

So erweitern sich Horizonte, was im kommenden Bücherfrühling auch die Lausitzer Lesart verspricht. Timur Vermes stellt am 9. Mai „Die Hungrigen und die Satten“ vor, während Normen Ohler am 27. Mai „Die Gleichung des Lebens“ aufmacht. Auch dies sind literarische Wanderungen, die locken.