Es soll das erste 360 Grad-Livestreaming der Welt sein, kündigt das Team rund um den Bunten Bahnhof Cottbus an. „Beweist uns erst mal das Gegenteil“, heißt es mit einem Zwinkersmiley auf der Webseite vom Bunten Bahnhof. In der Tat: Was Orga-Mitglied Ludwig Domrös verspricht, klingt nach einem echten Ausnahme-Streaming. „Dank 360 Grad-Kamera kann man sich von der Couch zu Hause im Raum bewegen und neben der Band auf der Bühne stehen.“ Die Technik sei ziemlich innovativ und „deshalb ist das auch für uns alles noch Neuland“, sagt der 29-Jährige.
Domrös kümmert sich seit Anfang des Jahres um Planung und Ablauforganisation des Festivals. Insgesamt steckt ein etwa 20-köpfiges Team aus Cottbuser Kulturfreunden hinter dem Event. Die Virtual-Reality-Technik stellt Walter Schönenbröcher von Whitestag bereit.

360 Grad Festival Cottbus verspricht Musikvielfalt

Am Karfreitag um 19.30 Uhr startet der Livestream - kostenlos für jedermann - auf der Webseite vom Bunten Bahnhof. Angekündigt sind nicht nur außergewöhnliche visuelle Effekte, sondern auch „fette Sounds“. Ludwig Domrös verspricht „mehrere Bands und große musikalische Vielfalt“. Es gibt nicht nur Punkrock (wie James Lord), Straßenpop (Vizediktator) und Elektro (Haracrash und Slownauten). Es wird auch jazzig mit dem neu gegründeten Randale Orchester. Die „mobile Einsatzkapelle des glamourösen Protest-Entertainments“ besteht aus neun Kulturbekannten der Region - unter anderen dabei Scandale-Chef Philipp Gärtner sowie die Musiker Mario Heß, Matthias Joppe und Henry Kunze. Am Samstagabend, 3. April, wird es Stream Nummer zwei geben. „Unsere Techniker geben natürlich auch ihr Bestes, damit der Sound vernünftig bei den Leuten zu Hause ankommt“, sagt Domrös. Zwei Tage vor Startschuss haben die Proben begonnen. Die Bühne für die „ehrlich-handgemachte Musik“ ist im Cottbuser Club Scandale aufgebaut.
Das Randale Orchester Cottbus versteht sich als mobile Einsatzkapelle des glamourösen Protest-Entertainments,
Das Randale Orchester Cottbus versteht sich als mobile Einsatzkapelle des glamourösen Protest-Entertainments,
© Foto: Randale Orchester Cottbus

Cottbuser Kultur will wahrgenommen werden

„Bisher ist das Feedback sehr gut. Wir hatten für das Projekt viele Interviewanfragen“, bestätigt Domrös. Und was hat das Team vom Bunten Bahnhof am Ende vom Festival? „Finanziell wirft es keinen Gewinn ab, aber es wird einen Spendenaufruf für die Clubkommission geben“, sagt der Mitorganisator. Die Botschaft ist klar: „Wir senden ein fettes Lebenszeichen raus, dass es uns immer noch gibt. Wir erhoffen uns natürlich, dass wir als Kulturschaffende wahrgenommen werden“.