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| 18:34 Uhr

Wissenschaft und Forschung
Künstliche Intelligenz aus der Lausitz

  Lausitzer Know-how trifft künstliche Intelligenz: Mit ihrem Wissen sind die Cottbuser Forscher in der Lage, menschliche Fähigkeiten und Verhalten technisch nachzuahmen sowie menschliche Bedürfnisse mathematisch nachzuvollziehen und zu erfüllen.
Lausitzer Know-how trifft künstliche Intelligenz: Mit ihrem Wissen sind die Cottbuser Forscher in der Lage, menschliche Fähigkeiten und Verhalten technisch nachzuahmen sowie menschliche Bedürfnisse mathematisch nachzuvollziehen und zu erfüllen. FOTO: maxuser/Shutterstock.com
Cottbus. Fraunhofer-Spitzenforscher aus Sachsen wollen sich das Know-how der BTU Cottbus-Senftenberg zunutze machen. Von Jan Siegel

Für die Werkstoff- und Materialexperten des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden war es ein optimaler Start ins neue Jahr. Am Donnerstag haben sie gleich einen stattlichen Fördermittel-Zuwendungsbescheid bekommen. Mit 2,6 Millionen Euro aus dem Potsdamer Wissenschaftsministerium wollen sie an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg in den kommenden fünf Jahren eine neue Forschergruppe installieren, die ihnen hilft.

Die Dresdener Wissenschaftler beschäftigen sich nämlich nicht nur mit den Stromspeichern der Zukunft allgemein, sondern sind auf diesem Feld in den vergangenen Jahren auch zu international anerkannten Experten in Sachen Material- und Werkstoffprüfung geworden. Die Sensoren-Technik der Sachsen kann Materialien, Maschinen und Anlagen bei laufendem Betrieb überwachen und Schwachstellen erkennen, ehe tatsächlich Schäden auftreten.

Richtig entfalten können die Erkenntnisse der Dresdner Forscher ihre Wirkungen aber erst dann, wenn ihre Daten mithilfe künstlicher Intelligenz zuverlässig permanent ausgewertet und weiterverarbeitet werden können. Prozesse und Anlagen könnten auf diese Weise Fehler selbst erkennen und sich im Idealfall auch „selbst reparieren“.

Und genau an diesem Punkt kommen die Lausitzer Fachleute um BTU-Professor Matthias Wolff ins Spiel. Wolff ist Sprecher des Forschungsclusters kognitive Systeme, an dem insgesamt sieben BTU-Lehrstühle beteiligt sind. Mit ihrem Wissen sind die Cottbuser Forscher in der Lage, menschliche Fähigkeiten und Verhalten technisch nachzuahmen sowie menschliche Bedürfnisse mathematisch nachzuvollziehen und zu erfüllen. Ihre wichtigsten Arbeitsmaterialien sind riesige Datenbanken und mit ihnen verknüpfte Algorithmen. Es ist diese künstliche Intelligenz, die die Fähigkeiten wie maschinelles Erkennen, Lernen, Kommunizieren, Planen und Entscheiden erheblich verbessern kann.

Neben den 2,6 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Brandenburger Wissenschaftsministerium stellt das Dresdner Fraunhofer-Institut eine weitere Million bereit, um den Aufbau der Forschergruppe in der Lausitz in den kommenden fünf Jahren voranzutreiben.

Schon ab Januar sollen die ersten Wissenschaftler für das Projekt in Cottbus eingestellt werden. Bewerbungen aus ganz Deutschland liegen Dr. Constanze Tschöpe dafür bereits vor. Sie ist Abteilungsleiterin im Dresdner Institut und wird die Gruppe in Cottbus leiten. „Unser Ziel ist der Aufbau einer Mannschaft von zehn Wissenschaftlern in den kommenden fünf Jahren“, sagte Tschöpe am Donnerstag. Schon jetzt hätten sich hoffnungsvolle Forschungstalente beworben.

Die Stärke der Zusammenarbeit sieht Prof. Matthias Wolff vor allem in der ausgesprochenen Praxis-Orientierung der Fraunhofer-Wissenschaftler. „So können wir neue Erkenntnisse unmittelbar ausprobieren und weiterentwickeln“, sagt Wolff.