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Kritik an Cottbuser Stadtumbau zurückgewiesen

Torsten Kunze, Geschäftsführer der GWC.
Torsten Kunze, Geschäftsführer der GWC. FOTO: privat
Cottbus. Der Stadtumbau in Cottbus ist kurzsichtig und unvollständig? Diesen Vorwurf weist Torsten Kunze entschieden zurück. Damit reagiert der Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) auf die Äußerungen von Architekt Johann-Christoph Kröhan in der gestrigen RUNDSCHAU-Ausgabe. Peggy Kompalla

Torsten Kunze stellt klar: "Seit über zehn Jahren gibt es ein umfassendes und regelmäßig aktualisiertes Gesamtkonzept zum Stadtumbau, das mit unzähligen Beteiligten abgestimmt wurde." Darüber hinaus basierten die Abriss-Pläne nicht auf rein ökonomischen Überlegungen, betont Kunze und liefert ein Beispiel, das von Kröhan als Abrissfrevel angeklagt wird.

Dabei handelt es sich um die Wohnhäuser an der Görlitzer und Weinbergstraße. "Leerstehende Bereiche - teilweise nur nach Norden ausgerichtete Wohnungen - wurden abgerissen, Eckbebauungen modernisiert und auf der Freifläche an der Görlitzer Straße wurde ein modernes Gebäude der Knappschaft Bahn-See errichtet", sagt Kunze und betont: "Aus rein wirtschaftlicher Sicht der GWC hätte auch auf Seiten der Weinbergstraße ein kompletter Abbruch stattfinden müssen." Dies habe aber die Stadt als GWC-Gesellschafter nicht zugelassen. Torsten Kunzes Ansicht nach geht es Architekt Kröhan mehr um die Konservierung des sozialistischen Städtebaus als um eine moderne Stadtentwicklung. Der GWC-Chef unterstreicht: "Stadtumbau ist immer ein Kompromiss - genau wie Stadtentwicklung."

Das ist auch die Erfahrung der Baubeigeordneten Marietta Tzschoppe (SPD). Zum Vorwurf der fehlenden Zusammenarbeit mit dem Landkreis Spree-Neiße sagt sie: "Alle unsere Entwicklungskonzepte sind mit dem Landkreis abgestimmt. Dass wir immer noch mehr tun können, steht außer frage." Die Bevölkerungs- und Stadtentwicklungskonzepte bis zum 2020 beziehen demnach auch das Umland ein. Dies lasse sich auch in der Abstimmung mit den dörflichen Stadtteilen ablesen. "Natürlich haben die Gebietskörperschaften eigene Interessen, aber wir reden nicht aneinander vorbei", betont die Beigeordnete. "Es stimmt aber auch, dass wir noch mehr zusammenarbeiten müssen. Wir befinden uns im Wettbewerb der Regionen, administrative Grenzen interessieren die Menschen nicht."