René Serge Mund steht für eine Rückkehr ans Staatstheater Cottbus bereit. Schon Anfang der kommenden Woche werde es Gespräche geben, ihm die Führung der in Schieflage geratenen Spielstätte zu übertragen. Das bestätigte Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) am Freitag in Cottbus. Zuvor hatte sie als Vorsitzende des Stiftungsrates der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) die Belegschaft des Staatstheaters über die Entscheidungen des Gremiums vom Vortag informiert. Dazu gehörte, dass der bisherige Cottbuser Verwaltungschef und Vorstandsvorsitzende Martin Roeder aufgrund eines „zerrütteten Vertrauensverhältnisses“ fristlos gekündigt wurde.

Die Belegschaft, so Münch, habe die Personalie Serge Mund mit viel Zustimmung zur Kenntnis genommen. Es habe sogar Beifall gegeben. Von 2005 bis 2012 war Mund zuletzt Geschäftsführender Direktor des Staatstheaters und hatte sich hohe Achtung und Rückhalt in der Belegschaft erworben. Die Ministerin verriet, dass der im Ruhestand befindliche 71-Jährige in einem ersten Gespräch zum Ausdruck gebracht habe, für das Staatstheater Cottbus zur Verfügung zu stehen. Dabei sei es sowohl um die kommissarische Übernahme der Funktion des Verwaltungsdirektors in Cottbus und der Kulturstiftung gegangen, als auch um eine Intendanz auf Zeit.

Seit Wochen ist das Staatstheater Cottbus in den Schlagzeilen. Hier war es nach Zerwürfnissen zwischen Musikern und Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ zu dessen Beurlaubung gekommen. Wenig später hatte Intendant und Operndirektor Martin Schüler die Verantwortung für die seit Jahren aufgetretenen Probleme mit Christ übernommen und seine Ämter zur Verfügung gestellt. Mit Schüler ist inzwischen ein Aufhebungsvertrag unterzeichnet worden.