ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:30 Uhr

Ortsteilsrundgang durch Willmersdorf
Kreuzung zur B168 sorgt für Diskussionen

FOTO: LR / Josephine Japke
Cottbus-Willmersdorf. Beim Ortsteilrundgang durch Willmersdorf wird die Mitteilleitplanke auf der B168 zum Streitpunkt. Von Josephine Japke

Eigentlich ist alles in bester Ordnung, stellt Willmersdorfs Ortsvorsteherin Anke Schulz gleich zu Beginn des Stadtteilrundgangs mit Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) fest. Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniere gut, das Gemeindehaus wurde renoviert, die Lärmschutzwand steht. Einziger Kritikpunkt könnte das hohe Gras am Spielplatz sein und selbst das wurde am Morgen, kurz vor dem Besuch des Oberbürgermeisters, erst gemäht.

In Willmersdorf, so scheint es, wird nicht gemeckert, sondern rangeklotzt. In Eigenregie wollen die Anwohner mit einer 5000 Euro Finanzspritze der Stadt Bänke zum Ausruhen für Spaziergänger und Orientierungsschilder für Touristen anbringen. Blumen und Bäume an öffentlichen Wegen werden ebenso selbst gepflegt, wie der Friedhof. Alle ziehen an einem Strang.

Außer, es geht um die Kreuzung der Straße „Neu Lakoma“ zur B168. Hier scheiden sich die Geister, denn einige Wenige wollen, dass die Mittelleitplanke geschlossen wird, was ein Abbiegen von Willmersdorf Richtung Peitz unmöglich machen würde. Die große Mehrheit, wie Anke Schulz betont, ist strikt dagegen. „Wir haben 90 Unterschriften gesammelt, die ein Schließen der Leitplanke verhindern wollen. Es gäbe dann keine Möglichkeit mehr aus Cottbus kommend dort links abzubiegen“, erklärt sie. Ihrer Meinung nach wäre die beste Möglichkeit eine Ampel.

Zehn Bürger haben allerdings gemeinsam einen Brief verfasst und geschildert, wie gefährlich die Situation an der Kreuzung ist. Schon oft sei es dort zu brenzligen Situationen und Unfällen gekommen. Einer, der ebenfalls pro Leitplanke ist, ist Peter Schadow. „Ich bin Anwohner in der Straße und kriege jeden Tag mit, wie eng das hier oft wird“, sagt er. Die Autos rasen vorbei, oft schneller als erlaubt. Durch die hohe Mittelleitplanke könne man beim Abbiegen den jeweiligen Gegenverkehr oft nicht sehen. „Ich denke, wir Anlieger können am besten einschätzen, was hier los ist“, sagt Peter Schadow seinen Widersachern unbeirrt.

Dauerbrenner ist und bleibt auch der fehlende Rad- und Fußweg an der Kreuzung bei Möbel Höffner Richtung Kiessee Maust. „Anwohner, Kinder und Touristen haben keine Möglichkeit die Straße gefahrlos zu überqueren“, sagt Anke Schulz. Schon oft haben Anwohner darauf hingewiesen, getan hat sich allerdings noch nichts.

Für emotionale Momente sorgt der Aussichtspunkt in Lakoma. Der kleine Hügel, auf dem ein Holzpavillon steht und der besten Blick auf den Ostsee bietet, soll weg, ebenso wie der asphaltierte Weg davor. Stattdessen sollen Ferienhäuser die Sicht versperren und die Geschichte des Standorts auslöschen.

Dass dieser den Anwohner aber viel bedeutet und sie um den letzten Rest des ursprünglichen Lakomas kämpfen wollen, wird an diesem Nachmittag deutlich. „Wir wollen einen Erinnerungsort beibehalten, weil wir hier so viel Geschichte haben und nachfolgende Generationen nicht vergessen dürfen, was hier einmal war“, erklärt Hubertus Mader, ehemaliger Ortsvorsteher von Willmersdorf. Er macht klar, dass auch mit den Leuten vor Ort geredet werden muss, wenn Investitionen getätigt werden, die den Standort für immer verändern würden.

Oberbürgermeister Holger Kelch reagierte in der zwei Stunden dauernden Hitze-Wanderung stets freundlich und aufmerksam auf die Sorgen der Bürger. Oft sagte er, dass Dinge notiert und geprüft werden. Doch als es um Lakoma geht, lässt er sich zu einer eindeutigeren Aussage hinreißen: „Ich verspreche, dass wir uns nochmal gemeinsam mit allen Beteiligten hinsetzen und über eine mögliche Nutzung und Gestaltung des historischen Ortes sprechen.“