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| 01:04 Uhr

Kreishaus-Fusionitis wird hinterfragt

Spree-Neiße.. Ab kommender Woche wird im Kreishaus Forst gezählt: Wer braucht wie viel Zeit für welche Aufgaben? Denn mit der Bildung des Spree -Neiße-Eigenbetriebes für die Hartz IV-Aufgaben haben auch rund 50 Mitarbeiter aus den verschiedenen Bereichen des Landratsamtes ihren Schreibtisch

getauscht. Im Herbst hatte Landrat Dieter Friese (SPD) angedeutet, dass es längere Bearbeitungszeiten geben könnte. Mit den Ergebnissen der Beobachtung wolle man über weitere Umstrukturierungen nachdenken, erklärte Friese auf Nachfrage. Vor allem die verbliebenen zehn Ämter stehen offenbar zur Debatte.

Fachbereiche brachten wenig
Es wäre die nächste Stufe der Umstrukturierung im Landratsamt. Die bisherigen internen Veränderungen brachten nicht immer den kurzfristigen Erfolg, wie Andreas Schober auf Nachfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Jörg Rakete im Finanzausschuss einräumen musste.
Beispiel: Als aus Hauptamt und Personalamt der Fachbereich Haupt- und Personalverwaltung wurde, war eine Leiterstelle überfällig. Schober wurde Fachbereichsleiter, die vorherige Personalamtsleiterin Christine Siegert ist jetzt für den Bereich der Personalentwicklung zuständig - im Zentralen Controlling, das zum Finanzdezernat gehört. Eine weitere Zusammenlegung blieb hinter den erwartungen zurück: Der Fachbereich Landwirtschaft / Veterinär- und Lebensmittelüberwachung wird vom bisherigen Landwirtschaftsamtsleiter Gerald Franke geführt. Da aber Funktion und Stelle des Amtstierarztes gesetzlich festgelegt sind, konnte dessen Stelle nicht geringer bewertet werden, musste Schober im Finanzausschuss einräumen. Statt weniger Ausgaben wäre das Gegenteil fällig, da mit gewachsener Verantwortung auch das Entgelt des Fachbereichsleiters steigen müsste.
Auch der Effekt aus der Zusammenlegung des Straßenverkehrs- und des Ordnungsamtes zum Fachbereich Ordnung, Sicherheit und Verkehr ist noch nicht bezifferbar. Ordnungsamtsleiter Bernd Hahn hat den Fachbereich übernommen, die bisherige Leiterin des Straßenverkehrsamtes, Brigitte Bögel, leitet jetzt nur noch einen Sachbereich.
Im kommenden Jahr werden voraussichtlich die Sachgebiete Straßenplanung und Straßenbau zusammengefasst. Klar ist, dass das Personal der Leitstelle von der Stadt Cottbus übernommen wird. Und geplant ist, die Wirtschaftsförderung fast komplett an die kreiseigene CIT GmbH auszulagern (die RUNDSCHAU berichtete).

Keine schnellen Effekte
Durch Personalabbau der vergangenen Jahre werde man 2005 fast eine Million Euro gespart haben, so Friese, in dessen Büro zwei Beauftragtenstellen wegfielen. Nachdem seine Wunschkandidatin 2003 als erste Beigeordnete im Kreistag durchfiel, blieb die Stelle frei. Wird Fachbereichsleiter Schober nach den finanziellen Auswirkungen der Strukturänderungen gefragt, verweist er auf „einen Beigeordneten und zwei Sekretärinnen - etwa 120 000 Euro“ .
Denn Amtsleiter, die weniger zu verantworten haben, bekommen nicht automatisch weniger, räumt auch Landrat Friese ein: Es gebe zwar Möglichkeiten der Angleichung, dies aber nur „schrittweise - was auch passiert“ . (js)