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| 01:06 Uhr

„Krankenhäuser finden sich auch ohne Berater“

Spree-Neisse.. Zu den Beiträgen „Gemeinsame Verwaltung für Kliniken in Stadt und Kreis“ (LR vom 21. Dezember) und zum RUNDSCHAU-Interview mit Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese äußerte sich jetzt der Betriebsratsvorsitzende der Spremberger Krankenhaus GmbH. Archivfoto: Thoralf Schirmer

Er zieht in einem Brief die Aussage von Dieter Friese in Zweifel, die Zahl der Krankenhausbetten sei in Spree-Neiße nahezu unverändert geblieben. Wolfgang Möllwitz: „In der Versorgungsregion Cottbus (Krankenhäuser Guben, Forst, Spremberg und Cottbus) wurden nach dem 1. Krankenhausplan (1994) in Summe 2140 Betten festgeschrieben. In der Fortschreibung des 2. Krankenhausplanes 2002 wurde die Bettenzahl um weitere 110 auf 2000 Betten verringert . . . Dabei wurde . . . der Auslastungsgrad berücksichtigt . . . In unserer Region wurden durch die Krankenhäuser zum Beispiel im Jahr 2004 am Standort Guben 8052 Patienten (155 Planbetten), am Standort Forst 11 377 Patienten (266 Planbetten), am Standort Spremberg 14 646 Patienten (214 Planbetten) und am Standort Cottbus 90 968 Patienten (1365 Planbetten) ambulant und stationär behandelt.“
Nach dem neuen Abrechnungsmodus nach Fallpauschalen sei es unerheblich, wie viele Betten belegt sind. Die Vergütung von Leistungen erfolge nach behandelten Patienten und Schweregraden.
Als Versichertenvertreter im Verwaltungsrat der AOK Brandenburg könne Möllwitz auch die Aussage des Landrates nicht nachvollziehen, er wolle nicht erst abwarten, bis es auf Druck der Krankenkassen zu einer Privatisierung komme. „Durch die Krankenkassen wird keine Gesellschafterform in Frage gestellt“ , teilt Möllwitz mit. „Die Finanzierung der Krankenhäuser erfolgt nach gesetzlichen Vorgaben.“
Durch eine gemeinsame Verwaltung der Kliniken „unter einem Dach“ , wie sie Friese vorschwebe, erfolge übrigens nicht zwangsläufig eine bessere Versorgung der Patienten, gibt Möllwitz zu bedenken. Wichtig sei dagegen eine weiterentwickelte Kooperation unter den Krankenhäusern, was diese auch ohne teure externe Berater aus eigener Kompetenz ganz gut selbst vorantreiben könnten. Dabei müssten die Strukturen jener Krankenhäuser berücksichtigt werden, die steigende oder gleich bleibende Fallzahlen erreichen. (thr)