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| 18:08 Uhr

Polizei gibt Tipps
Kralle und GPS machen Autodieben das Leben schwer

Damit Autodiebe gar nicht in Versuchung geraten, empfiehlt die Polizei vorbeugende Maßnahmen, wie den Verwendung einer Lenkradkralle.
Damit Autodiebe gar nicht in Versuchung geraten, empfiehlt die Polizei vorbeugende Maßnahmen, wie den Verwendung einer Lenkradkralle. FOTO: von Lieres/Fotolia
Cottbus. In Cottbus operieren organisierte Autodiebe. Die Polizei rät Autobesitzern zu Vorsorgemaßnahmen, um den den Tätern die „Arbeit“ zu erschweren. Von Stephan Meyer

In der Nacht zum Freitag entwendeten Unbekannte einen Honda, der auf einem Parkplatz vor einem Wohnhaus in der Heinrich-Bolze-Straße abgestellt war. Fälle wie dieser sind keine Seltenheit. Wer jedoch den Eindruck hat, der Süden Brandenburgs sei in besonderem Maße von Autodiebstählen betroffen, der irrt. Laut Ines Filohn, Pressesprecherin der Polizeidirektion Süd in Cottbus, seien andere Bundesländer im gleichen Maße von dem Problem betroffen.

„Das ist ein Klientel mit hoher krimineller Energie, dass sich hier einen unschönen Wettstreit mit der Automobilindustrie liefert“, sagt Ines Filohn. Die Diebe hätten einen enormen Fachverstand von Kfz-Mechanik und wüssten wie man ein Auto ohne Schaden öffnet. Die Hersteller würden zwar reagieren und sich immer wieder neue Finessen einfallen lassen, um ihre Pkw vor Dieben zu schützen, jedoch seien die Autoklauer genauso hinterher. Aktuell würden vor allem Autos der Marke Audi bevorzugt gestohlen. Generell seien es hochklassige und wertintensive Wagen. Dahinter steckten organisierten Banden, die arbeitsteilig vorgehen. In der Vergangenheit waren vor allem japanische und französiche Hersteller wie auch Pkw von Skoda und Volkswagen im Visier der Gruppen. Gestohlene Autos treten meist eine Reise Richtung Osten an. Entgegen dem Klischee landen die Wagen nicht nur in Polen. „Die Pkw gehen auch nach Litauen, in die Ukraine oder nach Russland“, weiß die Polizeisprecherin. „Deswegen werden die Banden auch mit speziellen Strukturen, über die Grenzen des Schengen-Raums hinweg, bekämpft.“ Das gemeinsame Zentrum der Deutsch-Polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Swiecko ist ein Beispiel für diese Art der Kooperation.

Damit das eigene Auto gar nicht erst gestohlen wird, rät die Polizeisprecherin Kraftfahrzeughaltern zu präventiven Maßnahmen. Bereits eine Lenkradkralle schrecke potentielle Diebe ab. „Je länger ein Täter braucht, um ein Fahrzeug in Bewegung zu setzen, desto schneller wird er von einem Diebstahl Abstand nehmen“, sagt Ines Filohn. Darüber hinaus würden Werkstätten Umbaumaßnahmen anbieten, die Dieben das Leben schwerer machten. Mit versteckten Schaltern lasse sich die Kraftstoffzufuhr für Pkw unterbrechen. Fährt ein Dieb mit so einem Wagen davon, bleibt er bereits nach wenigen Kilometern stehen und ergreift die Flucht. Einige Fahrzeughalter würden jedoch solche Umbaumaßnahmen, aus Angst vor einem Garantieverlust, meiden. Die Polzeisprecherin empfiehlt daher die Vertragswerkstatt.

Mittlerweile sind in vielen Fahrzeugen optische und akustische Warnanlagen serienmäßig eingebaut. Zusätzlich rät Filohn zu einem Einbau eines GPS-gestützten Fahrzeugortungsgerätes.

Viele gestohlene Pkw hätten dank der Ortungsmöglichkeit ihrem Besitzer zurück geben werden können. Jedoch solle man unverzüglich nach dem Diebstahl die Polizei informieren und Kennzeichen sowie Fahrzeugidentnummer durchgeben. Je länger man die Bekanntgabe des Diebstahls hinauszögere, desto schwieriger sei es, den Wagen aufzuspüren.