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| 16:30 Uhr

Auf den Spuren der Natur
Kräuter geben Geheimnisse preis

 Bei einer Wanderung  ringsum das Alte Forsthaus Kolkwitz entdeckten die 30 Teilnehmer zahlreiche nahrhafte Wildkräuter und erfuhren  Interessantes über deren Nutzung vom Naturschutzvereinmitglied Karla Fröhlich.
Bei einer Wanderung ringsum das Alte Forsthaus Kolkwitz entdeckten die 30 Teilnehmer zahlreiche nahrhafte Wildkräuter und erfuhren Interessantes über deren Nutzung vom Naturschutzvereinmitglied Karla Fröhlich. FOTO: Marion Hirche
Naturschutzverein Kolkwitz organisierte Kräuterwanderung am Alten Forsthaus.

Die Sonne sandte wärmende Strahlen, als sich 30 Männer und Frauen in dieser Woche am Alten Forsthaus Kolkwitz versammelten. Der Naturschutzverein Kolkwitz hatte zur Kräuterwanderung eingeladen. Vereinsmitglied Karla Fröhlich schickte dem zweistündigen Spaziergang durch die Forsthausumgebung etwas Wichtiges voraus: „Unkräuter haben ja immer einen negativen Ruf, das aber zu Unrecht. Deshalb sind vielleicht solche Umschreibungen aus der Literatur wie Kultur-Begleitgrün oder Spontanvegetation angebracht.“

Die Teilnehmer erwiesen sich in den 120 Minuten allesamt als Liebhaber von wildwachsenden Kräutern. Gleich am Anfang des Weges war die Arzneipflanze des Jahres, der Weißdorn, zu entdecken. Unübersehbar auch der jetzt in voller Pracht stehende Löwenzahn, der Blut bildende und Harn treibende Wirkung hat. „Zurzeit kann man die Maitriebe der Nadelbäume, außer Eibe, nutzen. Die verwendet man zum Likörmachen“, verriet Karla Fröhlich eines ihrer Rezepte.

Im Laufe der Wanderung machte sie auch auf viele Pflanzen aufmerksam, die sie zur Herstellung von Kräuterbutter verwendet: Spitz- und Breitwegerich, Schafgarbe, Gundermann. An einem sumpfigen Fleckchen zeigte sie Medesüß: „Diese Pflanze mit den rosa-weißen Blüten wächst an Grabenrändern und ist ein gutes Mittel gegen Kopfschmerzen“.

Blätter stehen in voller Pracht

Vorbei an Preisel- und Blaubeeren, an wildem Hopfen ging es zu den Stellen, wo der Giersch mit seinen jeweils drei sternenförmigen Blättern in voller Pracht steht. Viele Pflanzen sind essbar, obwohl manche nur in dosierten Mengen zu sich genommen werden sollten. „Vor dem herben Geschmack sollte man sich nicht scheuen, denn meine Oma hat immer gesagt, was nicht schmeckt, das ist gesund“, betonte Ursula Schilling aus Klein Oßnig. Bei Sauerampfer wurden viele Episoden,erzählt und Vorurteile ausgeräumt, wie jenes, dass Vogelbeeren giftig seien. Wenn man die koche und mit Apfel mische, werde daraus eine leckere Marmelade. Großes Lob von allen Seiten gab es für die Brennessel: Von ihr seien alle Teile gesund. Sogar die Samen ließen sich für Salate verwenden. „Ich bereite die Blätter wie Spinat zu“, berichtete Christina Meier aus Zahsow.

Andere erinnerten sich, dass die Blätter früher auch eine willkommene Kükenspeise waren. Beim mit den Längsnerven gut erkennbaren Spitzwegerich sagte Brigitte Schenk aus Cottbus: „Das ist auch eine gute Medizin bei Husten.“ Mandy Wawrok informierte über den marzipanartigen Geschmack der Felsenbirne, die in der Nähe des Kolkwitzer Klinikgeländes entdeckt wurde.

Eine Pflanze, die vielen im Garten als lästig erscheint, wurde bei der Wanderung ins rechte Licht gerückt: die Vogelmiere. „Die ist so saftig, dass man sie gut für Smoothies verwenden kann“, erklärte die Fachfrau. Das hörte Eric Frey aus Kolkwitz sehr aufmerksam. Der Feuerwehrsportler hat sich sehr intensiv mit dem Thema gesunde Ernährung beschäftigt: „Ich habe nach Wegen gesucht, meine Leistungen durch gesundes Essen noch steigern zu können. Ich habe mich schon vegan und dann vegetarisch ernährt, bin aber davon wieder abgekommen. Ich trinke gern Smoothies, aber der junge Spinat, den man dazu nutzen soll, ist ja kostenintensiv. Deshalb freue ich mich über die heutigen Anregungen.“

Reich an Vitamin C

Nach dem Zweistundenrundgang durch die Natur hatte jeder Teilnehmer etwas über die Spontanvegetation und deren Nutzung dazu gelernt. Sie wussten bislang noch nicht, dass man Weißdornmarmelade kochen kann und dass Giersch so reich an Vitamin C ist, resümierten zwei Teilnehmerinnen, die aus Lübbenau dabei waren. Zum Abschluss drehten die meisten Gäste noch im Kräutergarten des Alten Forsthauses eine Runde und entdeckten die gleichen Wildkräuter. Mancher nutzte noch die Gelegenheit, sich eine Kräuterbutter herzustellen.

Am 16. Juni nimmt der Naturschutzverein Kolkwitz zwischen 10 Uhr und 18 Uhr am Tag der offenen Gärten teil.