ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:12 Uhr

Drachhausen
Kormorane ärgern die Spreewaldfischer

Silvio Schulze wurde  in die Gemeinschaft wendisch/sorbischer Spreewaldfischer bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend in Drachhausen aufgenommen.
Silvio Schulze wurde in die Gemeinschaft wendisch/sorbischer Spreewaldfischer bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend in Drachhausen aufgenommen. FOTO: Marion Hirche
Drachhausen. Über 100 Mitglieder der Gemeinschaft wendisch/sorbischer Spreewaldfischer beraten in Drachhausen. Von Marion Hirche

Es ist bereits eine gute Tradition, dass sich die Mitglieder der Gemeinschaft wendisch/sorbischer Spreewaldfischer  zum Jahresauftakt treffen.  Am letzten Sonnabend kamen sie im Saal der Gaststätte „Goldener Drachen“ in Drachhausen zusammen. Mehr  als 100 der 163 Mitglieder waren bei der Jahreshauptversammlung anwesend.

Der 1. Vorsitzende Siegmund Lehmann konnte von umfangreichen Aktivitäten im letzten Jahr berichten. Der Vorsitzende hat die Jahreshauptversammlungen der Domowina in Tauer und des Anglerverbandes  besucht.  Die Fischer haben sich in der Kommission „Klare Spree“ eingebracht. Sie haben das Fischerhandwerk beim Burger Viehmarkt und beim Brandenburger Dorf-und Erntefest in Raddusch im Sommer vor großem Publikum vorgestellt und auch den Umzug zum Burger Heimat- und Trachtenfest mitgestaltet. Im Oktober wurde das 65-jährige Bestehen der Gemeinschaft festlich begangen.  Siegmund Lehmann mahnte ein  gutes Miteinander mit den Lübbenauer Fischern an: „Zwei Mitglieder unserer Gemeinschaft haben in Lübbenauer Gewässern gefischt und das auch noch während der Schonzeit. Er betonte, dass  der Spreewaldverein kaum noch Unterstützung gibt und informierte über Gepräche zur Pflege der Fließgewässer.  Im letzten Jahr wurde eine  Arbeitsgruppe „Fischbesatz“ gegründet. Sie wurde mit zwei neuen Fischern verstärkt, sodass Oliver Schulze auf ein  gutes Team zurückgreifen konnte. Schulze  bezifferte den Fischbesatz für die 400 Hektar Gewässer, die Spreewaldfischer gepachtet haben, mit rund sechs Tonnen: „ Wir haben 1100 Kilogramm Hecht und Schleie, 6600 Zander und 3800 Kilogramm Weißfisch eingesetzt. An jeder Stelle wurden 100 bis 300 Kilogramm Fische ins Wasser gegeben.“ Unter anderem wurde das Geld von 564 verkauften Angelkarten für die Finanzierung des Fischbesatzes genutzt.

In der Diskussion wurde erneut das Thema der Fischräuber aufgegriffen. Es ging um Komorane, Biber und den Wolf. Nach wie vor wird aus ihrer Sicht zu wenig gegen den größten Fischräuber Komoran unternommen. Es wurde der Vorschlag  unterbreitet, einen Film über  den schwarzen Vogel und sein Fressverhalten zu drehen. Einig waren sich die Teilnehmer der Versammlung darüber, dass  sie etwas tun müssen, wenn sie weiterhin vernünftige Fließe zum Fischen haben wollen.

Der stellvertretende Domowina- Geschäftsführer Marcus Koinzer betonte  in seinen Grußworten die Bedeutung der Spreewaldfischervereinigung: „Sie sind nicht nur der größte  Verein im Regionalverband, sie sind auch der einzige, der so nah an der Natur dran ist.“ Silvio Schulze aus Striesow wurde als neues Mitglied in die Ortsgruppe Fehrow aufgenommen. Jan Lukas ist neu in der Ortsgruppe Burg/Kauper.

„Nur hier können Beschlüsse gefasst werden“, begründete Jörg Muttersbach seine Teilnahme in Drachhausen. Andreas Gotter meinte: „Hier werden unsere Probleme besprochen.“ Als Motiv für die Teilnahme nannte Frank Lehmann aus Byhleguhre den Zusammenhalt. Wolfgang Regel aus Drehnow sagte: „Mir ist es wichtig, die Traditionen zu bewahren.“