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| 15:05 Uhr

Sportverein, Feuerwehr und Spielmannszug in Komptendorf
Drei Jubiläen, ein Fest

 Komptendorf Festwochenende
Komptendorf Festwochenende FOTO: Marion Hirche
Komptendorf. Komptendorfer Sportverein, Feuerwehr und Spielmannszug feiern ihre Jubiläen zusammen. Für den Neuhausener Ortsteil war es ein Festwochenende. Von Marion Hirche

In Komptendorf gab es ein spektakuläres Wochenende: Gleich drei Vereine feierten Geburtstag und organisierten eine dreitägige Party. Der Sportverein Wacker Rot-Schwarz Komptendorf blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Die Feuerwehr gibt es seit 85 Jahren und der Spielmannszug wurde vor 40 Jahren gegründet. „Es war nicht so einfach, alle Bedürfnisse in Einklang zu bringen. Aber es war einfach nur toll mit euch“, sagte Sportvereinsvorsitzender Jens Müller am Vorabend des Jubiläumswochenendes zur Arbeit im Festkomitee.  Aus den Händen von Anne Engel, Geschäftsführerin des Fußball-Landesverbandes Brandenburg, bekam er die Ehrenplakette des Deutschen Fußball Bundes für 100-Jährige überreicht: „Das ist ein besonderes Jubiläum und ich bin schon stolz, dass ich diese Übergabe hier, wo ich meine eigenen fußballerischen Wurzeln habe, machen darf. Wir wollen in Zukunft noch enger mit den Vereinen zusammenarbeiten“. Glückwünsche für  die „Wackeren“, die 161 Mitglieder in drei Sparten haben, kamen auch vom  Fußballkreis Niederlausitz und vom Kreissportbund Spree-Neiße. Ein „100-Jähriger“ musste am Wochenende besonders oft die Hände schütteln: Im Beisein von Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger zeichnete Neuhausens Bürgermeister Dieter Perko den 79–jährigen Bernhard Illmer aus Komptendorf mit der Ehrennadel der Gemeinde Neuhausen/Spree aus. Er ist der erste seines Dorfes überhaupt, der diese höchste Auszeichnung für die Einwohner der Großgemeinde bekam.  Illmers Meriteliste ist lang: Seit 64 Jahren Mitglied im Sportverein, von 1982 bis 1993 Vorsitzender des Sportvereins, hat zahlreiche Bauprozesse am Sportplatz, an der Turnhalle und am Sportlerheim mitgestaltet, Gemeindevertreter ab 2004, 2009 bis 2014 Leiter des Wirtschaftsausschusses,  Kreistagsmitglied von 1990 bis 2008: Zum 80.Geburtstag des Klubs hat der Fußballverrückte eine Chronik für den Sportverein erstellt, die seitdem fortgeführt wurde. Von der Auszeichnung war er völlig überrascht. Sein Kommentar zu seiner Frau  Brigitte danach: „Hast du Geld mit? Ich muss ja jetzt einen ausgeben.“ Das schönste Geschenk für ihn war allerdings das Versprechen von Bürgermeister Dieter Perko, dass das Sportlerheim saniert wird. Die Fußballer von Komptendorf machten ihrem Geehrten auch viel Freude, die Freundschaftsspiele des Nachwuchses am Sonnabend wurden alle gewonnen, das Hauptspiel der Männer, das letzte Saisonspiel gegen den SC Spremberg II, endete allerdings mit einer 3:4 Niederlage.

Über Auszeichnungen konnte sich auch der Feuerwehrnachwuchs freuen. Zum zehnten Mal wurde  um den Pokal des Bürgermeisters gekämpft. In den unterschiedlichen Altersklassen gingen diese an Mannschaften aus Groß Drewitz, Trebendorf, Krayne und bei den Löschzwergen an die Sergener. Die Gastgeber belegten bei den zehn- bis 14-jährigen Jungen den dritten Platz. Das hat auch den 82-jährigen Fritz Hansick gefreut: Er ist seit 64  Jahren Mitglied in der Komptendorfer Feuerwehr. Beim Betrachten der Bilder in der Ausstellung, die zum Jubiläum  aller drei Vereine im Sportlerheim aufgebaut war, erinnerte er sich unter anderem an den Brand  im Drieschnitzer Schloss, an die vielen Blitzeinschläge und das man mal nicht ausrücken konnte, weil keine Pferde da waren. In der Ausstellung waren nicht nur Bilder, sondern auch Trikots und Uniformen, Sportgeräte und Chroniken zu sehen. Die Betrachter erfuhren, dass der Bau des  neuen Gerätehauses 1962 begann, dass der Sportverein jetzt seinen 15. Vorsitzenden hat und dass der Spielmannszug die allerersten Proben beim Bäcker machte. Günter Barthel und Bernd Schiller, Spieler, Trainer, Betreuer über viele Jahre, erinnerten sich hier an den Aufstieg in die erste Kreisklasse. Margitta Heiden und Silvia Ramthun freuten sich, dass ihre Sportgruppe „Frauenpower“ aus Laubsdorf hier in Komptendorf eine neue Heimstatt gefunden hat und Bilder von ihnen ausgestellt sind.

Es war ein fröhliches Fest am Wochenende:  Lukas Konzack traf beim Waschmaschinenzielschießen gleich zweimal und gewann damit eine neue Waschmaschine. Wolfgang Schmidt aus Cottbus und  Manfred Wehrstedt aus Komptendorf fuhren mit einer Hebebühne in 30 Meter Höhe: „Der Blick ging bis zum Kraftwerk“.  Jenny Trifonow vom Spielmannszug Lauchhammer hatte viel Spaß beim Bullenreiten. Am Abend wurde zur Musik der US Party Band getanzt,  die Feuerwerkssterne funkelten in der Sonnabendnacht über dem Komptendorfer Sportplatz.

Für ein musikalisches Feuerwerk sorgten am Sonntag zehn Spielmannszüge mit einer großen Musikshow auf dem Sportplatz, unter ihnen die Gastgeber, zwei polnische Gruppen und erstmals der Spielmannszug Werder/Havel.

Vor dem Konzert hatte es einen Umzug aller Jubilare, Sponsoren und zahlreicher Gäste durch den Ort gegeben.

 Eine besondere Ehre gab es für den Verein Wacker: eine Ehrenplakette des Deutschen Fußballbundes für Vereine, die es bereits seit 100 Jahren gibt.
Eine besondere Ehre gab es für den Verein Wacker: eine Ehrenplakette des Deutschen Fußballbundes für Vereine, die es bereits seit 100 Jahren gibt. FOTO: Marion Hirche