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| 21:05 Uhr

Kommunalwahl in Cottbus
Wohnraum in Cottbus für alle

FOTO: LR / Janetzko, Katrin
Cottbus. Die RUNDSCHAU hat den Parteien und politischen Vereinigungen, die zur Wahl für die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung antreten, auf den Zahn gefühlt und sechs Fragen gestellt. Heute: Wie wollen Sie langfristig bezahlbaren Wohnraum in Cottbus halten?

Jörn-Matthias Lehmann (AUB)

WK 2: Cottbus-Mitte und Ströbitz

 Jörn-Matthias Lehmann (AUB)
Jörn-Matthias Lehmann (AUB) FOTO: privat

Die Preisentwicklung bei Mieten sind stark durch immer weiter steigende Baukosten und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage beeinflusst. Deshalb ist es wichtig, genügend Wohnraum im niedrigen bis mittleren Preissegment im Angebot zu haben. Schafft man keinen ausreichenden Neubau, wird der Druck immer größer. Auch wenn dieser Druck in Städten wie Berlin oder München viel größer ist, spüren die Cottbuser auch hier, dass das Angebot an vorhandenem Wohnraum nicht alle Wünsche erfüllen kann. Unsere kommunale Wohnungsgesellschaft, die GWC, kann und muss, nach wie vor, das Zurverfügungstellen von ausreichend preiswertem Wohnraum als ihre Kernaufgabe sehen.

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Klaus Groß (AfD)

Wahlkreis 2, Cottbus-Mitte und Ströbitz.

 Klaus Groß (AfD)
Klaus Groß (AfD) FOTO: privat

Die AfD Cottbus hat in ihrem Wahlprogramm beschlossen, die Gebäudewirtschaft in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) umzuwandeln. Dadurch blieben die Gewinne in dieser kommunalen Gesellschaft und diese wäre nicht mehr gezwungen, Gewinne an die Stadt als Eigentümer auszuschütten. Die sich daraus ergebenden vielfältigen Möglichkeiten, auch und besonders hinsichtlich künftig und langfristig bezahlbarem Wohnraums, sind für jeden Bürger nachvollziehbar. Sich daraus jedoch ergebende Konsequenzen für den kommunalen Haushalt insgesamt müssten daher grundlegend neu gedacht werden, bis hin zu den Leistungsangeboten für Migranten.

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Christoph Goltz (Bündnis 90/ Die Grünen)

WK3: Sachsendorf - Spemberger Vorstadt

 Christoph Goltz (Bündnis 90/Die Grünen)
Christoph Goltz (Bündnis 90/Die Grünen) FOTO: Bündnis 90/Die Grünen / Marlies Kross

Die Entwicklungsstrategie der Wohnungsgesellschaften in Cottbus muss auf Verbesserung des baulichen Zustandes, Erhöhung der Attraktivität der Ausstattung, Bestandserhaltung und -erhöhung ausgerichtet sein. Im Gegensatz zu anderen Großstädten hat Cottbus genügend freien Wohnraum, allein in unserer städtischen Gesellschaft GWC sind derzeitig 560 Wohnungen mit einer Kaltmiete unter 4,60 Euro frei. Aktuell und zukünftig ist es wichtig, Menschen für den Zuzug nach Cottbus zu motivieren, um den wieder steigenden Leerstand (GWC fast 5%, eG Wohnen ca.10%) zu reduzieren. Deshalb unser Motto: Gutes Klima für Cottbus!

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Joachim Käks (CDU)

Wahlkreis 3: Spremberger Vorstadt - Sachsendorf

  Joachim Käks (CDU)
Joachim Käks (CDU) FOTO: CDU Cottbus / UlfGereke@web.de

Ein starkes kommunales Wohnungsunternehmen GWC, das zu 100% im Eigentum der Stadt bleibt. Keine Entnahme von Gewinnen aus der GWC, um Haushaltslöcher der Stadt zu stopfen. Das vorhandene Geld aus Mieteinnahmen muss ausschließlich in die Instandhaltung und Modernisierung der vorhandenen Wohnungen fließen. Stadteigene Grundstücke für sozialen Wohnungsbau sichern. Stadtwerke und LWG bleiben Eigentum der Stadt für bezahlbare Betriebskosten, Wärme, Strom, Wasser, Abwasser. Energetische Sanierung fördern, um Betriebskosten zu senken. Keine Behinderung von privatem Wohnungsbau. Genossenschaftliches Wohnen unterstützen - eG Wohnen. Keine Berliner Verhältnisse.

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Jochen Schubert (FDP)

Wahlkreis 4: Sandow und südliche Ortsteile

 Jochen Schubert (FDP)
Jochen Schubert (FDP) FOTO: privat

Mit der GWC ist der größte Vermieter der Stadt ein kommunales Unternehmen. Somit gibt es in Cottbus hervorragende Bedingungen, um langfristig bezahlbaren Wohnraum zu erhalten. Leider wird die GWC zu oft als Melkkuh der Stadtkasse missbraucht. Jeden Euro, den die kommunale Wohnungsgesellschaft in artfremde Projekte oder Gesellschaften investieren muss, kann sie nicht in den Wohnraum der Stadt investieren. Ebenso sollte die Stadt Bauflächen selber entwickeln und direkt an interessierte Bürger ohne Bauträgerbindung verkaufen.

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Birgit Mankour (Linke)

Wahlkreis 4: Sandow uns südliche Ortsteile

 Birgit Mankour (Linke)
Birgit Mankour (Linke) FOTO: privat

Die GWC muss der Garant für bezahlbare Mieten und attraktiven Wohnraum sein. In unserer älter werdenden Gesellschaft soll Barrierefreiheit keine Ausnahme, sondern die Regel werden. Städtische Grundstücke, die für den Wohnungsbau verkauft werden, sollen vorrangig der GWC zur Verfügung stehen. Ist dies nicht möglich, soll die Vergabeentscheidung an einen privaten Investor daran gebunden sein, dass dieser einen Mindestanteil der Wohnungen mit bezahlbaren Mieten zur Verfügung stellt. Bei Pflegebedürftigkeit soll es mehr Alternativen als stationäre Einrichtungen geben. Die Stadt sollte die Unterstützung von Senioren- und Behindertenwohngemeinschaften prüfen.

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Kerstin Kircheis (SPD)

WK 3: Sachsendorf - Spremberger Vorstadt

 Kerstin Kircheis (SPD)
Kerstin Kircheis (SPD) FOTO: Fotoatelier Goethe

Für den sozialen Zusammenhalt ist in Cottbus bezahlbarer Wohnraum eine der wichtigsten Voraussetzungen. Die SPD Cottbus wird die genossenschaftlichen und kommunalen Wohnungsunternehmen der Stadt dabei unterstützen, ihren Bestand zu sanieren und an heutige Bedürfnisse anzupassen, ohne dass die Mieten stark ansteigen. Auch dafür halten wir an der GWC als kommunalem Unternehmen fest! Wohnen darf kein Luxus sein und unser langfristiges Ziel ist es, dass niemand von seinem Einkommen mehr als ein Drittel für die Miete ausgeben muss. Gute Wohn-Qualität der Stadtteile ist uns wichtig, wir wollen bisherige Rückbaugebiete mit Augenmaß weiterentwickeln.

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Bernd Müller (SUB)

WK1: nördliche Ortsteile

 Bernd Müller (SUB)
Bernd Müller (SUB) FOTO: privat

Nach einer Prognose leben in zehn Jahren bis zu 19 000 Rentner in der Stadt auf dem Niveau der Sozialhilfe. Um bezahlbare Wohnungen in diesem Ausmaß zur Verfügung zu haben, wird die Stadt wieder mehr Sozialwohnungen bauen müssen. Es sollte überlegt werden, die GWC in eine gemeinnützige Gesellschaft umzuwandeln. So würde verhindert, dass die Stadt ihren Haushalt auf Kosten der Mieter saniert. Auch der Rückkauf von privatisierten Wohnungsbeständen sollte geprüft werden.

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Livia Kolz (Unser Cottbus!)

WK 1: nördliche Ortsteile

 Livia Kolz (Unser Cottbus!)
Livia Kolz (Unser Cottbus!) FOTO: privat

Cottbus braucht einen aktuellen Mietspiegel, um die tatsächliche Lage beurteilen zu können. Mietpreise steigen, wenn es zu wenige Wohnungen gibt. Fürs erste sollten nicht weiter Wohnungen mit Fördermitteln abgerissen werden. Bei staatlich festgelegten Mietobergrenzen baut niemand mehr Wohnungen, wenn nicht einmal die Kosten gedeckt sind. Das bedeutet Wohnungsnot! Es hilft nur bauen, bauen, bauen! Die GWC als städtische Wohnungsgesellschaft ist hier in der Pflicht. Cottbus hat genug erschlossene und mit Bus und Straßenbahn erreichbare Baugebiete.

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