(red/sha) Von den gegenwärtigen Debatten zum Strukturwandel in der Lausitz ist der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) enttäuscht. „Cottbus muss Regierungsstandort werden. Wir haben auch Platz für zwei Ministerien und andere Behörden sowie den Ausbau der BTU Cottbus-Senftenberg“, betont er. Die Landtagsfraktionen der CDU und Grünen wollen den Beschluss zum Umzug des Wissenschaftsministeriums von Potsdam nach Cottbus kippen, wie sie am Dienstag ankündigten. Auch Brandenburger Kulturschaffende sprechen sich gegen die Pläne aus. Gewarnt wird vor Kompetenzverlust und langen Wegen. Kelch hätte „gerade aus der Kultur mehr Neugier und Aufgeschlossenheit für neue Modelle erwartet“, wie er betont. Mit dem Kohleausstieg sieht er mehr als 20 000 direkte und indirekte Arbeitsplätze in Gefahr. „Diesen Aderlass wird die Region nach dem Umbruch von 1990 und der nachfolgenden Jahre nicht noch einmal verkraften“, warnt er. Kelch wirft der Politik vor, einmal mehr mit sich selbst und mit den nächsten Wahlen beschäftigt zu sein, als Perspektiven für eine Region mit mehr als einer Million Einwohner zu entwickeln.