Die Reaktion hat selbst Ulrich Noack, Gemeindevertreter der CDU, einigermaßen überrascht. Der Amtsausschuss hatte auf vor der Sommerpause beschlossen, das Burger Heimat- und Trachtenfest künftig auch in andere Gemeinden des Amtes wandern zu lassen. „Erregt und böse“ seien die Burger gewesen, die ihn angesprochen haben, erzählt er. Auch der Burger Gemeindevertreter Alexander Wach (parteilos) findet die Idee alles andere als gut. Das Trachten- und Heimatfest sei für viele Einwohner identitätsstiftend, wie er begründet. Er moniert, dass die Burger Gemeindevertretung sich dazu im Vorfeld nicht positionieren konnte.

Heimat- und Trachtenfest zieht 30 000 Besucher nach Burg

Das Burger Heimat- und Trachtenfest, dass aus den Spreewald-Festspielen zu DDR-Zeiten hervorging, zieht alljährlich rund 30 000 Besucher nach Burg. Höhepunkt ist der Festumzug. Bezahlt wird das 19 000 Euro teure Spektakel aus dem Haushalt des Amtes. Auch deshalb ist in den amtsanhörigen Gemeinden wohl das Interesse groß, das Traditionsfest zu besonderen Jubiläen wie beispielsweise der 675-Jahr-Feier in Werben im nächsten Jahr ins eigene Dorf zu holen.
Geplant ist, dass Spektakel alle zwei Jahre „auszulagern“. So hat es der Amtsausschuss beschlossen. Über die Vergabe des Festes entscheidet der Amtsausschuss nach Antrag. Dem Festkomitee des Heimat- und Trachtenfestes soll ein Vorschlagsrecht eingeräumt werden.
Ohne Heimat- und Trachtenfest fehle den Einwohnern von Burg allerdings das eigene Dorffest, der sommerliche Dreh- und Angelpunkt für viele, wie Alexander Wach betont. Auch Ulrich Noack hofft, dass dieses Vakuum durch eine selbst organisierte Veranstaltung gefüllt werden könne.