(sha) Acht Einsprüche gegen die Bürgermeisterwahl in Burg liegen aktuell vor. Das bestätigt Wahlleiter Christoph Neumann auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Bei den Einsprüchen gehe es im Wesentlichen darum, dass die Wahlsiegerin Ira Frackmann (CDU) angeblich gar nicht in Burg wohne. Diesen Vorwurf weist die Amtsinhaberin jedoch zurück.

„Mein Lebensmittelpunkt liegt in Burg“, stellt Frackmann klar. Hier habe sie auch ihre Wohnung, die nur 300 Meter von ihrer Anwaltskanzlei entfernt liegt. Behauptungen, nach denen sie nur eine Scheinadresse in Burg habe und tatsächlich in Schmogrow lebe, bezeichnet sie als „lächerlich“. In Schmogrow stehe das Haus ihrer Eltern, an dem sie Miteigentümerin ist.

Mittlerweile habe es sogar schon Kontrollen durch das Ordnungsamt gegeben, wie Frackmann berichtet. Zwei Mal sei die Rechtsanwältin bereits beim Frühstück in der Burger Wohnung besucht worden. Sie selbst ärgert sich über die Unterstellungen und vermutet als Urheber Menschen, die das Wahlergebnis offenbar nicht akzeptieren wollen.

Bei der Bürgermeister-Stichwahl Mitte Juni hatte sich Ira Frackmann mit 51,8 Prozent der Stimmen nur ganz knapp gegen ihre Konkurrentin Petra Krautz (Wählergruppe Bündnis für Burg) durchgesetzt. Die Differenz zwischen beiden betrug 60 Stimmen. Petra Krautz ist die abgewählte Amtsdirektorin von Burg.

Mit den Wahleinsprüchen muss sich nun auch die neue Gemeindevertretung in einer öffentlichen Sondersitzung am 30. Juli, ab 19 Uhr, im Haus der Begegnung in Burg beschäftigen. Wahlleiter Christoph Neumann will dann auch seine Stellungnahme vorlegen, die acht Seiten umfasst, wie er ankündigt.

Grundsätzlich müssen ehrenamtliche Bürgermeister mindestens drei Monate im Wahlgebiet ihren ständigen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. „Dies wird durch den Wahlausschuss vor Zulassung der Bewerber geprüft, so auch im konkreten Fall“, erklärt Neumann. Ira Frackmann hatte im Jahr 2014 erstmals kandidiert und ist seitdem Bürgermeisterin von Burg.

Die Gemeindevertreter müssen nun entscheiden, ob die Einsprüche gegen die Wahl begründet sind und die zugrunde liegenden Tatsachen das Wahlergebnis beeinflusst haben. Bei schwerwiegenden Tatbeständen kann die Wahl ganz oder teilweise für ungültig erklärt werden.

Die Kräfteverhältnisse in der Burger Gemeindevertretung haben sich seit der Kommunalwahl im Mai verschoben. Stärkste Fraktion ist nun die Wählergruppe „Bündnis für Burg“ mit sechs Sitzen. Die CDU kommt zusammen mit der Wählergemeinschaft „Landwirtschaft und Umwelt“, mit der sie eine Fraktion bildet, auf fünf Mandate plus Bürgermeisterin. Insgesamt gibt es 16 Gemeindevertreter.

Letztlich kann gegen die Wahlprüfungsentscheidung der Burger Gemeindevertretung innerhalb von zwei Wochen vor dem Verwaltungsgericht geklagt werden.