Ein ein Kilometer langer Wasserkanal, der sich durch die Innenstadt schlängelt und Cottbus zu einer Art Spree-Florenz macht? Nun ja, man kann Frank Kuban natürlich schnell für seine flüssige City-Vision verspotten und fordern, dass er sich vielleicht mal einem Drogentest unterziehen sollte. Man muss aber auch nicht immer alles in der Luft zerpflücken, kann Gedankenspiele wie die des Strandpromenaden-Gastronomen auch erstmal sachlich diskutieren und sollte sie als das behandeln, was sie sind: ein Vorschlag.

Die Stadt Cottbus hat dringendere Projekte vor sich, aber ...

Richtig ist, dass es im Leben nicht nur Träume braucht – sondern eben auch Realismus, Machbarkeitsstudien und Priorisierung. Und da können einem in Cottbus auf jeden Fall dringendere Projekte einfallen, die auf ihre Finanzierung und Umsetzung warten. Straßen, Schulen und der Ostsee seien da genannt.
Und dennoch muss es unbedingt erlaubt bleiben, Visionen haben und auch zur Diskussion stellen zu dürfen. Auch in der Geschichte der Menschheit waren es immer wieder die Träumer, die Preise bekommen haben und über ihre Lebzeiten hinaus in Erinnerung geblieben sind. Weil sie es riskiert haben, für verrückt gehalten zu werden – und ihrer Zeit manchmal auch voraus waren.
Wie heißt es so schön: „Vision heißt, dass die Zukunft der Gegenwart ihre Visitenkarte in die Hand drückt.“ Jetzt darf die Gegenwart entscheiden, was sie mit der Karte macht.