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Kolkwitzer Kritik an Cottbuser Schul-Alleingängen

Cottbus. Aus Kolkwitz wird der Vorwurf laut, dass sich Cottbus in der Gesamtschul-Diskussion nur um sich selbst schert und nicht den Blick über den Stadtrand wagt. Das erklären sowohl der FDP-Politiker Jürgen Türk als auch Gerd Bzdak von der Kolkwitzer Elterninitiative "Weiterführende Schule". Peggy Kompalla

Damit reagieren sie auf den RUNDSCHAU-Artikel "Mehrere Cottbuser Schulen in Gefahr".

Darin werden die Untersuchungsergebnisse der Stadtverwaltung vorgestellt, welche Auswirkungen eine zusätzliche Gesamtschule in Cottbus haben würde. Dabei kommt der Bildungsdezernent Berndt Weiße (parteilos) zu dem Fazit, dass bereits jetzt das Angebot für alle Bildungsgänge da sei. Ähnlich fällt bislang die Einschätzung aus Spree-Neiße aus, wenn auch ein ähnlich lautender Prüfauftrag des Kreis-Bildungsausschusses noch nicht beantwortet wurde. Tatsache ist jedoch auch, dass in Cottbus die Theodor-Fontane-Gesamtschule in Sandow so sehr überlaufen ist, dass Schüler abgelehnt werden müssen. Gleichzeitig gibt es in Kolkwitz Bestrebungen, eine eigene weiterführende Schule als Gesamtschule zu eröffnen.

Zu der vorgestellten Untersuchung sagt Jürgen Türk: "Bei realistischer gemeinsamer Schulentwicklungsplanung muss die Einrichtung einer Gesamtschule in Kolkwitz weder Cottbuser Schulen in Gefahr bringen, noch in Cottbus eine Schule gebaut werden. Denn in Kolkwitz ist ein Gebäude vorhanden." Für den frühere langjährigen Spree-Neiße-Kreistagsabgeordneten ist gerade mit Blick auf die "unausgegorene Gebietsreform" eine gemeinsame Bildungspolitik zwingend.

Gerd Bzdak kritisiert: "Der Prüfauftrag der Cottbuser Stadtverordneten lautete eindeutig, auch die Kooperationsmöglichkeiten mit Spree-Neiße zu prüfen." Der Elternsprecher betont den Grundgedanken der Gesamtschule. Dieser sei, das frühzeitige Aussortieren der Kinder zu verhindern. Das biete größere Bildungschancen, gerade unter dem Aspekt der Inklusion. "Die Chance, die vielerorts zu hohen Klassenstärken auf wenigstens die erlaubten Untergrenzen oder gar durch Inklusion noch weiter zu reduzieren, wird in dem Prüfauftrag vertan", sagt Gerd Bzdak. "Aber genau das ist aber seit langem eine lange Forderung vieler Eltern." Für den Kolkwitzer wird die Schuldiskussion in Cottbus nicht ehrlich geführt. Dazu gehöre auch, dass es in Cottbus seit der Eröffnung des Evangelischen Gymnasiums ein Gymnasium zu viel in der Stadt gebe. Darüber hinaus sei es ein offenes Geheimnis, dass die Sachsendorfer Oberschule trotz des hohen Engagements der Pädagogen und Erzieher unbeliebt sei.