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Kolkwitzer Kinder malen den Wind

Joulie (l.), Lisa und Katharina (r.) bekommen von Kunstlehrerin Eike Tischer Tipps für ihre Mittelmeer-Illustrationen.
Joulie (l.), Lisa und Katharina (r.) bekommen von Kunstlehrerin Eike Tischer Tipps für ihre Mittelmeer-Illustrationen. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Kolkwitz. Kinder der Kolkwitzer Grundschule illustrieren jetzt das Abenteuer des kleinen Windes Brise, der die Windräder der Lausitz antreiben möchte. Ausgedacht hat sich die Geschichte die Autorin Cornelia Bera. Unterstützt von der EnviaM-Gruppe soll das Buch mit den Kinderzeichnungen im Bernauer Verlag Andrea Schröder erscheinen. Annett Igel-Allzeit

So wie der Wind Brise klein anfängt, beginnen auch die Kinder zaghaft zu zeichnen. Neugierig darf das Jungen-Gesicht von Brise aussehen. Aber welche Form bekommt die Mütze seines großen Bruders Wüstenwind? Immer, wenn er von seinen windigen Ausflügen zurückkehrt, rieselt Wüstensand aus dieser Kopfbedeckung. Und kann Brises ältere Schwester Böe, die den Kleinen energisch beschützt, blaue Zöpfe haben? Eike Tischer, die Kunstlehrerin, ist begeistert von dieser Idee. Die Kinder melden sich eifrig, diskutieren. Brises Urgroßvater Schneesturm soll aussehen wie Väterchen Frost, und Onkel Orkan bekommt zottige Haare und dichte Augenbrauen.

Simone Erb schmunzelt. Nachdem vor einer Woche die Autorin Cornelia Bera und die Verlegerin Andrea Schröder die Kinder für die Geschichte begeistern konnten, schaut sich diesmal die Kommunalbetreuerin von EnviaM an, wie die Klasse 6 a mit den Illustrationen vorankommt. Als der Windpark Eichow II im Juni offiziell in Betrieb gegangen war, kündigte Tobias Hentschel, Baufachbereichsleiter von Kolkwitz, an, dass sich die Gemeinde kommunal am Windpark beteiligen möchte. Noch wird an den Verträgen gearbeitet, aber spätestens 2019 hofft Kolkwitz, dass der Wind Geld in die Gemeindekasse weht. 34 Millionen Kilowattstunden Strom sollen die fünf Windanlagen von Eichow II pro Jahr produzieren. Und nun soll der Lausitzer Wind noch in einem Kinderbuch auftauchen? "Wir haben die Bedingung, die Region mit in Brises Abenteuer aufzunehmen, für das Sponsoring von EnviaM gern angenommen", sagt die Verlegerin Andrea Schröder, "und wir haben eine Schule in der Nähe dieser Windräder gesucht." Wie bereits acht Bücher im Andrea-Schröder-Verlag wird das Buch den Aufkleber "Kinder malen für Kinder" bekommen. "2013/2014 hatten mir mehrere Autoren ihre Kindergeschichten zum Druck angeboten. Da die Bilder fehlten, sprach ich die Klassenlehrerin meines Sohnes an und bat um Unterstützung. So wurde das erste Projekt in den Kunstunterricht einer Grundschule integriert. Andere Schulen kamen dazu, weitere Geschichten wurden wunderschön illustriert. Im Sommer haben Siebtklässer des Paulus-Prätorius-Gymnasiums in Bernau ihre Arbeiten für ein Jugendbuch über ihre Stadt abgeschlossen", sagt Andrea Schröder.

Die junge Praktikantin Franziska Schöpe verteilt an die sieben Dreiergruppen Szenen aus den neun Kapiteln. Die Kinder haben Buntstifte auf den Bänken, die es gestatten, dass die Zeichnungen am Ende aquarelliert werden können. Sie lieben die Geschichte. "Brise muss ja richtige Abenteuer bestehen", sagt Joulie. Aber die Zeit fürs Illustrieren ist knapp. Wie Brise die Mütze seines großen Bruders stibitzt, muss gezeichnet werden, und die Elefanten, die Brise im Cottbuser Tierpark entdeckt. Katharina malt einen springenden Delfin - schließlich saust Brise von der Lausitz zum Mittelmeer.