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| 19:47 Uhr

Bebauungsplan verabschiedet
Kolkwitz plant weiter für den Schulneubau

Kolkwitz. Der Standort für die neue Schule im Spree-Neiße Landkreis ist noch umstritten. Auch Drebkau hofft auf den Zuschlag. Von Julian Münz

Eine neue Schule mit gymnasialer Oberstufe soll für den Südwesten von Spree-Neiße gebaut werden - so lautet der Plan des Landkreises schon seit einiger Zeit. Unklarheit herrscht dabei bisher vor allem bei der wichtigen Frage des Standortes.

In Kolkwitz bereitet man sich dennoch schon einmal auf den Bau der neuen Schule vor. Die Gemeindevertreter von Kolkwitz beschlossen am Dienstagabend einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans sowie die Aufstellung eines Bebauungsplans am bevorzugten Standort am Gewerbegebiet in Klein Gaglow. Somit ist das Grundstück dort nun als Sondergebiet ausgewiesen, auf dem die Bildungseinrichtung gebaut werden kann. Mit dem ebenfalls vorliegenden Bebauungsplan werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, die Schule mit den erforderlichen Stellflächen sowie Schul- und Sportgebäuden zu errichten. Die Beschlüsse sollen auch die Planungsabsichten der Gemeinde dokumentieren, hieß es am Dienstag in der Gemeindevertretung.

Ursprünglich hatte der Kreistag im Dezember 2017 vorgesehen, die weiterführende Schule neben der Grundschule in Kolkwitz zu platzieren. Doch das Bildungsministerium lehnte den Antrag ab. Unter anderem befürchtete man, dass die neue Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe negative Folgen für die nahe gelegenen Oberschulen in Burg, Peitz oder Vetschau haben könnte. Einen alternativen Standort fand man schließlich in Klein Gaglow, wo ein Grundstück bei den Annahofgräben ausgemacht wurde. Nach Ansicht des neuen Drebkauer Bürgermeisters Paul Köhne (CDU) bietet sich jedoch auch die Stadt Drebkau als Möglichkeit für den neuen Schulstandort an.

Köhne hofft ebenfalls noch darauf, den Zuschlag für die weiterführende Schule zu bekommen. „Wir wissen, dass die Kolkwitzer ihre Hausaufgaben gemacht haben und das ist auch gut so“, sagt Köhne. Er fordert vom Ministerium und dem Landtag, in der Sache endlich für vollendete Tatsachen zu sorgen. „Es ist dringend notwendig, dass eine Entscheidung herbeigeführt wird“, so der Politiker. Auch die Kinder und Eltern im Südwesten des Landkreises würden den Bau der Schule schließlich sehnlichst erwarten. Zurzeit müssen einige Drebkauer Schüler die Oberschule in Großräschen besuchen und benötigen dabei mehr als eine Stunde für ihren Schulweg.

Die CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung möchte zu dieser Frage auch die Bildungsministerin Britta Ernst in die Stadt einladen, um die Situation zu erörtern. Deren Pressesprecher Ralph Kotsch erklärt, dass schlichtweg noch kein Beschluss vorliege, den man genehmigen könnte. „Im Kreis ist der Meinungsbildungsprozess noch nicht abgeschlossen“, sagt er und verweist auf die Kreisebene.

In Kolkwitz rechnet man hingegen damit, dass der Startschuss für den Bau der Schule mit gymnasialer Oberstufe bald erteilt wird. Trotzdem kann Matthias Klinkmüller, Pressesprecher der Stadt Kolkwitz, noch keinen Starttermin nennen. Dazu fehlt der endgültige Beschluss des Ministeriums.

„Das ist eine politische Angelegenheit“, sagt Matthias Klinkmüller, Sprecher der Stadt Kolkwitz, weshalb ein Termin für den Baustart der Schule noch in den Sternen stehe. „Das muss der Kreistag entscheiden“, so Klinkmüller. Der Kolkwitzer Bürgermeister Karsten Schreiber arbeite aber an dem Thema, lässt er verlauten.

„Die Pläne von Kolkwitz sind mit uns abgestimmt. Wir arbeiten da auch eng zusammen“, bestätigt auch Harald Altekrüger (CDU), Landrat des Spree-Neiße-Kreises. Zurzeit sei man in der Sache noch im Gespräch mit den umliegenden Kommunen, von denen die meisten bereits ihre Zustimmung zugesichert hätten. „Wir rechnen damit, im nächsten Halbjahr den Aufstellungsbeschluss geben zu können“, so Altekrüger. In vier bis fünf Jahren hoffe man, den Schulbetrieb aufnehmen zu können.