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| 18:28 Uhr

Der Neue auf dem Bürgermeisterstuhl
Kolkwitz nach dem Generationenwechsel

Neues Gefährt: 15 Tage lang dürfen die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung das E-Auto testen. Bürgermeister Karsten Schreiber hatte sich bei Envia M darum beworben.
Neues Gefährt: 15 Tage lang dürfen die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung das E-Auto testen. Bürgermeister Karsten Schreiber hatte sich bei Envia M darum beworben. FOTO: LR / Daniel Schauff
Kolkwitz. Knapp 100 Tage ist Karsten Schreiber Bürgermeister der Großgemeinde – Zeit für einen Besuch. Von Daniel Schauff

Noch keine hundert Tage Bürgermeister und schon ein neues Auto. Karsten Schreiber (SPD) muss sich noch eine Weile gedulden. Der Wagen, elektrisch, kommt per Lkw nach Kolkwitz. Der Lkw hatte auf dem Weg von Leipzig eine Panne. 15 Tage lang dürfen Mitarbeiter der Kolkwitzer Gemeindeverwaltung den Wagen testen. Kolkwitz hatte sich beim Energieversorger Envia M um den Elektromobilitäts-Testlauf beworben. Insgesamt 32 Städte und Gemeinden im Netzgebiet des Stromanbieters bekommen den Flitzer für gut zwei Wochen gestellt.

Die Zeit bis zum Eintreffen des Gefährts nutzt Schreiber für ein erstes Resümee seines Dienstantritts in der Kolkwitzer Gemeindeverwaltung. Er sei jetzt sortiert, sagt er. Am 1. März hatte Schreiber die Geschäfte von Fritz Handrow (CDU) übernommen – keine leichte Ausgangsposition. 28 Jahre lang war Handrow im Amt gewesen, länger als jeder andere Bürgermeister im Land. 28 Jahre lang war die Großgemeinde CDU-regiert, bis sich Handrow in den Ruhestand verabschiedete. Mit knapper Mehrheit hatte sich nun ein SPD-Mann an die Gemeindespitze wählen lassen.

Ganz so bedeutend, das macht Schreiber gleich deutlich, sei das Parteibuch allerdings nicht. Es gehe darum, für die Kolkwitzer etwas zu bewegen. „Auf der Gemeindeebene will ich keinen Parteien-Streit“, sagt er. Eine Bürgermeister-Wahl in einer Gemeinde sei vor allem eine Personenwahl, keine Parteiwahl. „Es ist nicht so, dass ich von Potsdam gesteuert würde.“

Kita-Plätze – Schreiber antwortet schnell auf die Frage seiner Prioritäten. „Wir sehen an den Geburtenzahlen, dass wir künftig mehr Plätze brauchen werden“, sagt der Gemeindechef. Eine gutes Kita-Netz sei ein wichtiger Standort-Faktor, Gleiches gelte für eine gute Bahnanbindung. Schreiber: „Wir wollen unsere Haltepunkte nicht aufgeben.“ Seit dem Winterfahrplan 2015/16 werden Kolkwitz und Kunersdorf nicht mehr vom Regionalexpress 2 bedient. Der Zug verkehrt zwischen Cottbus und Berlin, für Pendler eine wichtige Strecke. „Ich glaube, wir haben hier in Kolkwitz eine gute Lage“, sagt Schreiber im Hinblick auf die rasant steigenden Grundstückspreise im Berliner Umland. Allerdings brauche es eine zumutbare Bahnverbindung in die Hauptstadt, damit die Großgemeinde profitieren könne.

Stichwort Standortfaktor: die neue weiterführende Schule im Spree-Neiße-Kreis – daran halte er fest – solle nach Kolkwitz kommen. Ein erster Antrag des Spree-Neiße-Kreises ans Bildungsministerium war abgelehnt worden.

An deren heiteren Zukunftsaussichten hat der gelernte Schuhmacher und gebürtige Kolkwitzer kaum Zweifel. Als wichtiges Thema nennt er die Ausweisung kommunaler Bauflächen. Von denen, sagt Schreiber, gebe es derzeit zu wenige.

Das Elektroauto ist da. Eine mobile Ladestation hat die Envia M für den Testlauf mitgeliefert. Bis nach Forst, rechnet Schreiber vor, reicht die Batterieladung allemal. Da führt ihn der nächste Termin hin.  „Viel weiter fahren wir auch sonst nicht“, sagt Schreiber. So groß sei seine Großgemeinde nicht.