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Kolkwitz fühlt sich in Schuldebatte verschaukelt

Cottbus/Spree-Neiße. Kolkwitz kämpft darum, mit einer weiterführenden Schule in den Schulentwicklungsgplan des Landkreises Spree-Neiße aufgenommen zu werden. Dies hat die Großgemeinde in ihrer Gemeindevertretersitzung in dieser Woche nochmals betont. pk/ani

Eine Elterninitiative unterstützt seit 2014 das Ringen. Allerdings kommen nach Auffassung des Landkreises für die Eröffnung einer Schule nicht genügend Schüler zusammen. Die Ergebnisse einer eingehenden Untersuchung will das Bildungsdezernat demnach Ende März vorlegen. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der RUNDSCHAU hervor.

Kreissprecherin Silvia Friese erklärt darin: "Die Errichtung einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe erfordert eine Vierzügigkeit mit mindestens 108 Schülern je Jahrgang. Allein von Kolkwitz und auch zusammen mit Drebkau kommt diese Schülerzahl nicht zusammen." Selbst dann nicht, wenn sich aus Kolkwitz und Drebkau alle Schüler für eine Gesamtschule in Kolkwitz entscheiden würden. Das sei jedoch mehr als unwahrscheinlich. So haben dem Landkreis zufolge im Vorjahr 60 Prozent der Grundschul-Abgänger in Kolkwitz ein Gymnasium gewählt. Deshalb wäre eine weiterführende Schule in der Großgemeinde auf weitere Schüler aus dem Umland angewiesen - aus Cottbus und Burg etwa.

Doch die Erfahrung zeigt, dass die Kommunen ihre eigenen Einrichtungen schützen. Denn die Schüler würden dann in der Sachsendorfer Oberschule in Cottbus und der Oberschule in Burg fehlen.

Für die Bildung eines Schulverbandes unter Beteiligung von Kolkwitz, Drebkau, Burg und möglicherweise Vetschau sind bisher nur Drebkau und Kolkwitz bereit.

Gerd Bzdak (Die Linke), Gemeindevertreter in Kolkwitz und aktiv in der Elterninitiative, wollte in dieser Woche vom Kolkwitzer Bürgermeister Fritz Handrow (CDU) wissen, ob denn für die weiterführende Schule, die in den ersten zwei Jahren genug Platz in der Kolkwitzer Grundschule hätte, schon Planungen laufen. Der Anbau wäre mit der wachsenden Schülerzahl nach drei Jahren nötig, auch der Platz dafür steht fest. "Es ist doch besser, wir haben die fertige Planung in der Schublade", so Gerd Bzdak.

Doch Fritz Handrow ist enttäuscht vom Spree-Neiße-Kreis. Er fühle sich inzwischen kräftigverschaukelt. "Fest steht, wir müssen mit der weiterführenden Schule zuerst in die Schulentwicklungskonzeption des Landkreises. Daran führt kein Weg vorbei. Dreimal haben wir unsere Entwicklungen der Einwohnerzahlen vorgelegt und wieder wurden in der jüngsten Diskussion dazu die falschen Zahlen von der Kreisverwaltung dazu genannt", so Handrow verbittert. Jetzt habe er noch einmal einen Termin mit Landrat Harald Altekrüger (CDU). Aber bereits am 26. Januar, wenn der Bildungsausschuss des Landkreises im Spremberger Schloss tagt, steht die Schulentwicklungsplanung wieder auf der Tagesordnung. Die gültige Konzeption läuft Ende 2017 aus. Allerdings soll der neue Planungsentwurf noch nicht empfohlen werden, sondern es wird erneut nur über den Sachstand informiert. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr.

Zum Thema:
In Kolkwitz gehen laut amtlicher Schulstatistik derzeit 65 Schüler in die sechste Klasse. In Drebkau sind es demnach 40 Kinder. Damit wechseln zum nächsten Schuljahr 105 Schüler in die siebente Klasse. Laut Kreisverwaltung benötigt eine weiterführende Schule mindestens 108 Schüler je Jahrgang.

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