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| 14:49 Uhr

Kohleprotest mit schwarzen Brötchen und brauner Spree

Protestbrunch am Kraftwerk Jänschwalde
Protestbrunch am Kraftwerk Jänschwalde FOTO: Bodo Baumert
Jänschwalde. Mit einer friedlichen Protestaktion vor dem Kraftwerk Jänschwalde ist am Samstag das diesjährige Lausitzcamp der Tagebaugegner zu Ende gegangen. Statt auf Gewalt haben sie diesmal auf viel Symbolik gesetzt. Bodo Baumert

Im schwarzen Anzug sitzen vier Teilnehmer des Lausitzcampos am Samstagmittag an einem schwarz gedeckten Tisch. Vor sich haben sie braunes Spreewasser in edlen Gläsern, dazu schwarze Brötchen und Spreewälder Gurken. Im Gesicht tragen sie Papiermasken, darauf die Gesichter der Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke, Stanislaw Tillich, Albrecht Gerber und Martin Dulig.

"Mit unserer heutigen Aktion machen wir auf die Verantwortung der brandenburgischen und sächsischen Landespolitiker gegenüber der Lausitz aufmerksam und zeigen, dass Braunkohle dramatische Folgen für die Region hat, sei es durch die Zerstörung der Landschaft, irreparable Schäden an den Ökosystemen und durch die Folgen des Klimawandels", erklärt Josephine Lauterbach aus dem Organisationsteam des Lausitzcamps.

Gegenüber der hohen Politik haben sich drei Campteilnehmer zum Brunch niedergelassen. Ihr Tisch ist weiß gedeckt, mit Blümchen, veganen Lebensmitteln und bunten Farben. Die Tagebaugegner wollen zeigen, dass ihre Zukunftsvision schöner ist, ohne Tagebaue und deren Folgen.

Als Kulisse für dieses symbolträchtige Foto dient das Kraftwerk Jänschwalde. Hierhin sind die rund 50 Protestradler nach einer Woche Tour durch die Lausitz gekommen, um noch einmal ein Zeichen zu setzen. Zuvor haben sie Mitstreiter und Protest-Orte in der Region besucht, von Proschim bis Gubin. Von Annfangs 20 hat sich die Teilnehmerzahl nach und nach gesteigert. Vor dem Kraftwerk gibt es noch einmal einen Vortrag zur Kohleverstromung und Alternativen.

Mit ihrer Aktion zeigen sich die Teilnehmer des Camps zufrieden. Die Bilder stimmen, auch wenn es in diesem Jahr deutlich weniger Besucher als in früheren Jahren waren. "Wir sind mit dem medialen Echo zufrieden", sagt Josephine Lauterbach. Von Gewalt und Konfrontation, wie im Vorjahr war diesmal keine Spur. Ist das Lausitzcamp obsolet? "Nein", sagt Josephine Lauterbach. "Unsere Forderung bleibt: keine neuen Tagebaue. Und solange die Leag sich windet, machen wir weiter." Ob es im nächsten Jahr wieder eine Fahrradtour geben werde oder eine andere Aktion, lässt die Sprecherin des Camps offen.