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| 16:21 Uhr

Nach der Einigung zum Kohleausstieg
Bauhandwerk fordert klare Vision für die Lausitz

 Manja Schreiner
Manja Schreiner FOTO: Fachgemeinschaft Bau berlin und / (Bildquelle: Silvia von Eigen)
Cottbus. Der Kohleausstieg bis spätestens 2038 ist für Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, ein Schock. Jetzt fordert sie klare Visionen für die Region. Von Beate Möschl

Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, sagte am Rande der Regionalkonferenz des mitgliederstärksten Bauarbeitgeber und Bauwirtschaftsverbandes der Region auf der Handwerker-Messe in Cottbus: „Die Einigung auf einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis spätestens 2038 mit Prüfung des Ausstiegsdatums im Jahr 2032 ist für die Region natürlich erstmal ein Schock. Wichtig ist jetzt, dass ganz schnell eine konkrete Strategie und Perspektive für die Region vorgelegt und öffentlich wirksam wird, die zeigt, wo und wie wir alternative, attraktive und innovative Arbeitsplätze schaffen wollen, damit uns die Menschen nicht abwandern. Denn die bekommen wir nicht mehr zurück.“

In den Jahren 1995 bis 2015 habe Brandenburg 26 Prozent seiner erwerbsfähigen verloren durch Abwanderung. Dass Menschen abwandern und der Arbeit hinterher ziehen werde nicht aufhören, der Kohleausstieg aber könne den Trend verschärfen, befürchtet Schreiner und fordert die Politik auf zu reagieren. Sie müsse den Breitbandausbau vordringlich und zügig voranzubringen. „Wir brauchen gleich und flächendeckend eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur, sonst können wir keine innovativen Ideen und Firmen ansiedeln und junge, kreative Menschen in die Region locken und zum Bleiben bewegen.“

„Was uns die Unternehmen des Bauhandwerks und der Bauwirtschaft signalisieren ist, dass sie keine Fachkräfte finden“, schildert Schreiner und fordert auch hier dringendes Handeln von der Politik, insbesondere der Bildungsministerien der Länder, um frühzeitig Impulse zu geben. Dazu müsse die Berufsorientierung systematischer werden und ausgewogener; die Orientierung auf die duale Berufsausbildung wieder stärker in den Fokus rücken. „Das muss schon in der Grundschule beginnen und nicht erst in den weiterführenden Schulen. Das würde helfen, auch die duale Berufsausbildung immer mitzudenken“, sagt Manja Schreiner und schlägt vor: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Werken wieder einführt wird als Pflichtfach in der Grundschule.“

Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Sie betreut rund 900 Betriebe und ist damit der größte Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region.