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Kohle, Kunst und Sport in einer bunten Runde

Moderator Jens-Uwe Hoffmann ging auf Entscheidung im Leben der Talkgäste und auf deren Sicht auf wichtige Themen der Region ein.
Moderator Jens-Uwe Hoffmann ging auf Entscheidung im Leben der Talkgäste und auf deren Sicht auf wichtige Themen der Region ein. FOTO: rur1
Cottbus. Als Heimat für Lausitzer Urgesteine und Zugezogene war Cottbus am Freitagabend bei der zweiten Runde des Scheunentalks zu erleben. Bekannte Persönlichkeiten verrieten in der Theaterspielstätte, warum sie in die Stadt kamen und heute die Region bereichern. Ronald Ufer

Persönlich klare Kante zeigen und die Braunkohle als ein Standbein der Lausitz erhalten, um diese Polen kreiste der Abend. Moderator Jens-Uwe Hoffmann bot fünf Prominente aus Politik, Kultur und Sport auf, um über ihren Werdegang und Themen der Region zu plaudern.

Bei Wolfgang Neubert ging es um die Leitung von Energie Cottbus und der Lausitzer Sportschule. Reinhard Drogla präsentierte sich wie früher als Liedermacher und erzählte vom Weg zum Stadtverordnetenvorsteher. Bahnradsportlerin Stephanie Pohl berichtete über ihren Kurs zum WM-Titel im Punktefahren und ihre Rolle als Mutter. Dr.-Ing. Klaus Freytag, Präsident des Landesbergamtes und Schalke-Fan, zeigte sich als überzeugter Lausitzer. Hausherr Martin Schüler verriet, warum neue Intendanten oft das Ensemble auswechseln und warum er dies in Cottbus nicht tat.

Klare Entscheidungen führten den Nordisch-Kombinierer Wolfgang Neubert zum Fußball, zum Studium statt Dachdeckerlehre, zur Leitung der Lausitzer Sportschule. Einen unbequemen Weg schlug er ein mit der Übernahme der Präsidentschaft des FC Energie Cottbus 2014 trotz des Abstiegs und des fehlenden Teams sowie dem Verzicht auf den sofortigen Wiederaufstieg als Ziel. Besuche der Vattenfall-Betriebsversammlung und des Tagebaus seien keine Vereinnahmung des Vereins, sondern ein Bekenntnis zur Kohle, sagte Neubert.

Klare Kante für die Tagebaue forderte Klaus Freytag. Die Lausitz habe mit Deindustrialisierung und Kraftwerksstilllegungen große Vorleistungen bei der CO2-Einsparung erbracht. Für die Region seien Kohle und Energie derzeit unerlässlich. Wer den Strukturwandel fordere, müsse dazu mit Taten und neuen Arbeitsplätzen beitragen.

Die Braunkohle trage er seit der Kindheit in Brieske mit sich und habe sie in der DDR zum Unwillen der Oberen in Liedern thematisiert, sagte Reinhard Drogla. Das sei eine ebenso klare Entscheidung gewesen wie das Wirken als Stadtverordneter.

Seit dem Berufsstart in Halle habe er ein enges Verhältnis zu Kohle und Nebel, erzählte Martin Schüler. Letzteren beziehe er oft in Stücke ein, am Theater gebe es drei Nebelmaschinen. Neue Intendanten seien unsicher, würden die Mitarbeiter nicht kennen und daher das Ensemble austauschen. Durch die vorherige Arbeit als Operndirektor in Cottbus habe er darauf verzichten können. Stefanie Pohl trainiert dank einer klaren Entscheidung wieder in Cottbus. Die Schwangerschaft bewog sie, aus Berlin in die Lausitz zurückzukehren. So kann sie Familie und Sport unter einen Hut bringen. Das werde durch die bevorstehende Einschulung der Tochter noch wichtiger.