| 02:34 Uhr

Königin Victoria, Hilde und Resi bevölkern den Steinberg

Matthias Kolo mit Tochter Marie und Michael Kolo waren auch am Osterwochenende auf ihrer neu angelegten Obstplantage am Schorbuser Steinberg unterwegs.
Matthias Kolo mit Tochter Marie und Michael Kolo waren auch am Osterwochenende auf ihrer neu angelegten Obstplantage am Schorbuser Steinberg unterwegs. FOTO: Marion Hirche/jul1
Schorbus. Im Drebkauer Ortsteil Schorbus forsten die Kolo-Brüder eine alte Obstplantage wieder auf. Wie es auf den drei Hektarn mal aussehen soll, ist schon teils erkennbar. Marion Hirche / jul1

Der Steinberg liegt an einem Ende des Drebkauer Ortsteils Schorbus. Langjährige Schorbuser sind früher gern hierher gepilgert. Hier war nämlich die große Obstplantage der Kolos. Nach dem Krieg wurde sie von Arthur Kolo angelegt. Auf dem vier Hektar großen Areal bis zum Wald Richtung Auras wuchsen 800 Kirsch- und rund 1600 Pfirsichbäume.

"Hier sind wir groß geworden und haben das Wissen über Obstbaumzucht praktisch mit der Muttermilch mitbekommen. Hier haben wir uns durch Obstpflücken und Bäumeverschneiden Taschengeld verdient. Mein erstes Fahrrad habe ich von Kirschenpflückerlohn gekauft", erinnert sich Michael Kolo. Er ist einer der drei Kolo-Brüder, die nach dem Tod von Onkel Klaus und Vater Erhard im letzten Jahr die ziemlich verwilderte Plantage geerbt haben. "Die Obstbäume waren fast alle über 50 Jahre alt, einige krank, viele zu hoch, der Zustand der Plantage ließ zu wünschen übrig, sogar der Wald hatte sich hier schon vorgeschoben, die Zäune waren eingerissen", beschreibt Matthias Kolo, der Jüngste unter den drei den Zustand. Dennoch haben sich der Mathematiker, der Wirtschaftsingenieur und der Bautechniker entschieden, die Plantage aufzuforsten.

Inzwischen ist das zukünftige Obstparadies schon wieder erkennbar. Drei Hektar Fläche wurden gerodet, die Stubben liegen am Rand des Areals auf einem Haufen, manches soll noch für eine Benjeshecke genutzt werden. Das Gelände wurde neu eingezäunt, ein Stück wurde als Wald belassen. Auf dem Gelände ist nur die "Lautsprechereiche stehen geblieben. Diese uralte Eiche trug zu Opas Zeiten tatsächlich einen Lautsprecher, über den Musik abgespielt und Informationen gegeben wurden." Ein Stubben ist geblieben, weil hier die Rote Waldameise ihr Domizil hat. Einige alte morsche Baumstämme wurden ausgehöhlt, sollen zukünftig als Nisthöhlen für Vögel dienen. "Vielleicht legen wir hier auch noch ein Naturerlebnisfeldfeld an, damit Kinder Natur unmittelbar erleben können", erklärt Andreas Kolo.

Das Wichtigste, was in den letzten Wochen geschafft wurde, sind aber die gepflanzten Bäume: 800 insgesamt. Darunter sind Apfelbäume, unter anderem der Sorte Resi, frühe und späte Kirschbäume, Aprikosenbäume, unter anderem der Sorte Hilde, Pflaumenbäume, unter anderem der Sorte Königin Victoria, und Birnbäume. Die Familie, Freunde und sogar eine Reihe Schorbuser haben das Vorhaben mit Arbeitseinsätzen unterstützt. "Ich finde es gut, dass die Obstplantage wieder entsteht. Was die Nachbarn machen, das hat man im Blick. Meine Mutter hat schon als Lohnarbeiterin hier geholfen und jetzt waren wir eben beim Arbeitseinsatz der Dorfbewohner dabei, weil wir wollen, dass der Schorbuser Steinberg wieder ein Obstparadies wird", sagen Marlies und Dietmar Paßora. Die Aprikosenbäume haben schon Knospen und spätestens im nächsten Jahr wollen die Kolo-Brüder hier die ersten Früchte ernten.