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| 01:04 Uhr

Klosterkirche festlich wieder eröffnet

Cottbus.. Nach 217-tägiger Sanierung ist die Cottbuser Klosterkirche am Sonntag mit einem Festgottesdienst wieder an ihre Gemeinde übergeben worden. Die Predigt hielt Generalsuperintendentin Heilgard Asmus. Am Nachmittag konnte das älteste Gotteshaus der Stadt eine Stunde besichtigt werden, bevor zum Advent ein Konzert für Gesang, Orgel und Orchester erklang. Von Ronald Ufer

So hell hatte wohl noch keiner der Gläubigen des Innere des über 700-jährigen Gotteshauses erlebt. Erneuerte Fenster, weiß gestrichene Wände, restaurierte und mit modernen Lampen bestückte Kronleuchter tauchten das Kirchenschiff in helles Licht, brachten die erneuerte und ergänzte Ausstattung besser zur Wirkung. Angesichts dieser neuen Atmosphäre verglich die Cottbuser Generalsuperintendentin die neue alte Klosterkirche mit einer geschmückten Braut. Eine Lesung in deutscher und sorbischer Sprache machte deutlich, dass es auch weiterhin Gottesdienste in wendischer Sprache geben wird.
Wer vor und nach dem Gottesdienst seine Blicke schweifen ließ, dem fielen noch viele andere Veränderungen auf. Die Holzeinfassungen von Altar und Kanzel wurden gereinigt, ergänzt, wenn nötig die Bemalung erneuert. Aufgehellt wurde auch das Altarbild, es bleibt aber etwas dunkel und schwierig zu deuten. Der sanierte Orgelprospekt verleiht dem wertvollen Sauer-Instrument einen schöneren Rahmen. In den Gewölben wurden Reste mittelalterlicher Ausmalungen freigelegt und in das Raumkonzept einbezogen.
Die Tafeln mit deutschen und sorbischen Zitaten aus der Bergpredigt wurden gereinigt und ergänzt. Eine neue Heizung sorgt für angenehmes Klima, die sanierte Seitenempore wird für Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Im vorderen Bereich des Kirchenschiffes wurden zuvor längs aufgestellte Bänke quer aufgebaut. Klappsitze an beiden Seiten ermöglichen wahlweise den Blick zum Altar oder zur Kanzel.
„Es wurden 570 000 Euro investiert, Mittel von Gemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche, Fördergelder, Mittel der Stiftung für das sorbische Volk und Spenden“ , sagte Bauausschuss-Vorsitzender Christian Fünfgeld. „Fast alle Veränderungen sind für Gläubige und Gäste sichtbar. Der Förderverein und Gemeindemitglieder engagierten sich besonders für die Restaurierung der wertvollen Linnemannfenster. Die falsche Zusammenfügung nach dem Krieg wurde korrigiert.“
„Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch künftig große und kleine Konzerte in der Klosterkirche erklingen. Dafür wollen wir weitere Zuhörerkreise erschließen“ , kündigte der stellvertretende Fördervereinsvorsitzende Werner Müllrick an.

Die Klosterkirche Zur Geschichte
 Die Klosterkirchgemeinde ist die größte des Kirchenkreises Cottbus. Das Gotteshaus entstand um 1300 als Teil des damaligen Franziskanerklosters. Die Kirche wurde mehrfach erweitert und umgebaut. Die letzte große Sanierung erfolgte 1908.